Die kleine Videoschau (2)

Alte Bekannte, Teil 1: Die Mitglieder der in Hamburg und Berlin beheimateten Formation Antiphon waren früher unter anderem in Bands wie peters. und Flimmern aktiv, fanden 2011 zusammen und haben vor einer Weile ihre sehr gelungene Debüt-EP “Odds & Ends” veröffentlicht, die es zum Beispiel bei Bandcamp für kleines Geld zu erwerben gibt. Lohnt sich! Sehr sogar. // Live: 14.06.13 Hamburg – Astra Stube

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Alte Bekannte, Teil 2: Hinter der Band mit dem wahlweise hervorragenden oder bescheuerten Namen Die Sonne verstecken sich unter anderem Oliver Minck und Benedikt Filleböck von Wolke. Musikalisch geht das in eine ähnliche Richtung, nur eben mit einem etwas breiter angelegten Bandsound. Auch gut!

Neu im Plattenladen: Jet Flower

Jet FlowerJet Flower – We Walk Alike (Für Records) // Gutes findet immer seinen Weg. Manchmal dauert es eben eine Weile, bis es soweit ist – “We Walk Alike”, das Debütalbum des dänischen Quartetts Jet Flower, wurde ursprünglich bereits im Sommer 2012 veröffentlicht, ist aber erst seit ein paar Tagen auch bei uns zu haben. Ein Glück, denn beim gemeinsamen Reinhören haben wir schnell festgestellt, dass die Band eine echte Entdeckung ist, von der wir in Zukunft sicher noch Einiges erwarten dürfen.

Hier unsere Eindrücke:

1) Something To Someone / The World Is Mine
Jn: Konnten die sich da nicht auf einen Titel einigen oder sind das zwei Lieder in einem? Aber ich mag das – das ist schön.
Ch: Mir gefällts auch. Klingt ein wenig wie Keane mit Gitarre. Und in besser.

2) Rainbow Hill
Ch: Bisher hält die Platte zum Glück nicht das, was das etwas sehr seltsame Cover befürchten lässt…
Jn: Ich finde die Instrumentierung toll – das dezente Klavier und die Geigen.

3) Jacob´s Ladder
Ch: Das ist nun deutlich ruhiger als die beiden bisherigen Songs, aber den mehrstimmigen Gesang finde ich sehr gut.
Jn (zitiert aus dem Pressetext): Es gibt ja auch nicht nur einen Sänger in der Band, sondern – wie “in der Abwehrkette eines Fußballteams” – gleich vier.

4) Snow Report
Ch: Wenn im Snow Report viel Schneefall vorhergesagt wird, muss die Snow Patrol ausrücken.
Jn: Ui, der war aber schlecht!
Ch: Ich hätte da nun echt ein Lied wie von Snow Patrol erwartet, aber mehr als ein kurzes Zwischenspiel wars ja jetzt nicht.

5) The Last Broadcast
Jn:
Jetzt kommen die angesprochenen Postrock-Elemente!
Ch: Mag ich auch. Ich würde mir auch gerne ein Konzert von denen ansehen – das wäre bestimmt ziemlich kurzweilig und abwechslungsreich.
Jn: Das ist wirklich sehr schön. Ein perfekter Song für einen Tag wie heute, an dem die Sonne einfach nicht rauskommen will.

6) We Walk Alike
Jn: Als ich den Albumtitel zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich, das hieße “We WalkieTalkie”.
Ch: Das ist nun die ergreifende Ballade dieser Platte. Gefällt mir schon wieder.

7) Springtime
Jn:
Für ein Frühlingslied ist das aber schon recht verhalten.
Ch: Durch die Bläser wirds allerdings gleich etwas erhaben.
Jn (schüttelt den Kopf): Ergreifend! Erhaben! Der feine Herr wieder. Gegen Ende wirds aber doch etwas frühlingshafter. Man sieht förmlich die Blumen aufblühen.

8) Driftwood
Jn: Ob das ein Cover des gleichnamigen Travis-Songs ist?
Ch: Eher nicht. Wobei ich mich an den Travis-Song gerade gar nicht erinnern kann. Arg viel besser als dieser hier ist er aber sicher auch nicht.

9) It´s Gonna Rain
Ch: Der passende Titel zur momentanen Wetterlage.
Jn: Wobei es hier nicht erst regnen wird, sondern aktuell schon regnet.
Ch: Ich glaube, da ist Regen eine Metapher für Traurigkeit. Das ist übrigens Tina Dico, die da im Hintergrund zu hören ist.
Jn: Die ständig mit Helgi Jonsson im E-Werk auftritt.

10) Odyssey
Ch: Das könnte – zumindest ganz am Anfang – auch ein neues Lied von Pearl Jam sein.
Jn: Nichts gegen Eddie Vedder!
Ch: Das war jetzt das einzige Stück auf dem Album, das ich etwas langweilig fand.

Fazit
Ch: Schön, dass es die Platte nun endlich auch zu uns geschafft hat – kann ich nämlich nur wärmstens weiterempfehlen!
Jn: Dem kann ich mich nur anschließen, wobei mir die lauteren Stücke besser gefallen als die etwas leiseren. Aber das ist bei mir ja immer so.

Auf Tour: Current Swell

Current Swell

Präsentiert das Magazin Surfers eine Tour, lässt allein dieser Umstand erahnen, wohin die musikalische Reise ungefähr geht: Nämlich in Richtung entspannter Klänge und Lagerfeuerromantik. Obwohl Current Swell dieser klischeehaften Vermutung tatsächlich mehr als nur ein wenig entsprechen und zumindest hin und wieder auch ein paar Erinnerungen an Jack Johnson wachrufen, haben die Kanadier doch deutlich mehr zu bieten als nur harmloses Liedgut, das sich vor allem als Untermalung für eine Strandparty anbietet.

“Long Time Ago”, das bereits 2011 erschienene und erst seit ein paar Wochen in Deutschland erhältliche aktuelle Album der Band (das hier in voller Länge angehört werden kann), ist nämlich erfreulich abwechlungsreich ausgefallen – dementsprechend lohnt sich ein Besuch der in knapp einem Monat anstehenden Konzerte sicher nicht nur für Surfer. [Apropos Surfen: Sollte die Surfwelle unter der Theodor-Heuss-Brücke tatsächlich einmal Realität werden, würden sich Current Swell als Gäste fürs Brückenfestival doch geradezu aufdrängen!]

Tourdaten:
06.06.13 Köln – Studio 672
10.06.13 Hamburg – Prinzenbar
11.06.13 Berlin – Comet
12.06.13 München – Strøm

Die kleine Videoschau (1)

[An sich möchte ich in dieser Rubrik neue Videos vorstellen, die mir irgendwann mal über den Weg gelaufen sind. Dass gleich die erste Folge zu einer rein bayerischen Angelegenheit wird, war so nicht geplant, freut mich aber trotzdem sehr.]

Für “The Sea” haben sich die Talking Pets offenkundig stark von Death Cab For Cutie inspirieren lassen. Einen Originalitätspreis gibt es für die Münchner heute also ausnahmsweise mal nicht, aber der Song, der als Teil der “Asteroids EP” nach wie vor zum kostenlosen Download erhältlich ist, ist natürlich trotzdem sehr schön.

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Wäre die Stimme des Sängers noch um 50% rauer, würden A Kiss From Wendy wie Nürnbergs Antwort auf Chuck Ragan klingen. So bleibt eben geradliniger Folk-Rock (Stichwort: “grundehrlich”), der sich auch im Vorprogramm von Frank Turner oder eben Chuck Ragan nicht schämen müsste. Am 22. Mai präsentieren A Kiss From Wendy im Club Stereo ihr Debüt-Album “Hope”.

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Deutlich eigenständiger als die beiden anderen Künstler in dieser kleinen Videoschau präsentiert sich schließlich Uphill Racer aus Ingolstadt in seiner neuen Single “Happy XOXO”, die ein erster Vorgeschmack auf das am 24. Juni erscheinende Album “Golden Anchor” ist.

Neu im Plattenladen: Eva & Manu, She & Him

Eva & ManuEva & Manu – s/t (Warner Music) // Ein Mädchen und ein Junge, sie aus Finnland, er aus Frankreich, treffen sich auf dem Campus einer Uni an der US-Ostküste, verlieben sich, brennen durch und reisen in einem Wohnmobil kreuz und quer durch Europa. Was nach dem allzu konstruierten Plot eines Romantik-Filmchens (gerne mit Zooey Deschanel) klingt, ist tatsächlich die Geschichte von Eva (Louhivouri) & Manu (Laudic). Die Erlebnisse der gemeinsamen Reise wurden anschließend in folkpoppige Songs gegossen und fertig war ein Debütalbum, das zwar hin und wieder ein wenig arg gefällig daherkommt, insgesamt aber ein sehr angenehmer Begleiter für laue Sommerabende ist. In den allerbesten Momenten erinnern Eva & Manu sogar etwas an Rue Royale – mehr Lob geht eigentlich nicht.

Live:
08.05.13 München – Milla
10.05.13 Frankfurt – Brotfabrik
11.05.13 Köln – Yard Club
13.05.13 Hamburg – Prinzenbar
14.05.13 Bremen – Nordwest Radio
15.05.13 Berlin – Grüner Salon

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She & HimShe & Him – Volume 3 (Domino) // Duo Nummer zwei, diesmal mit Zooey Deschanel höchstpersönlich in der Hauptrolle. Gemeinsam mit M. Ward, der wie bereits auf den zwei bisherigen She & Him-Platten natürlich auch diesmal wieder deutlich unter seinen eigentlichen Möglichkeiten agiert, hat die rehäugige Schauspielerin ein weiteres ebenso putziges wie harmloses Retropop-Album aufgenommen, das eine Vergangenheit zum Leben heraufbeschwört, die es in dieser Form wahrscheinlich nie gegeben hat. Sei’s drum: Zu den vierzehn Songs auf “Volume 3″ lässt sich ganz wunderbar das neue Vintage-Kleidchen in die nächstgelegene Cupcake-Bäckerei spazieren führen. (Das geht zum Beispiel mit dem kommenden The National-Album auf den Ohren voraussichtlich nicht so gut.)

Auf Tour: Dangers of the Sea

Dangers Of The Sea

Riesenkraken, Meuterei, Monsterwellen, Piraten: Das Leben auf hoher See steckt voller Gefahren. Inwieweit es um die nautischen Fähigkeiten von Andreas Bay Estrup bestellt ist, weiß ich nicht, aber zumindest nennt der strohblonde Däne, der auch ausgebildeter Jazz-Schlagzeuger ist, seine Band Dangers of the Sea, was ja durchaus auf ein gewisses Grundverständnis in Sachen Seemannstum schließen lässt.

Aber egal, musikalisch sind Dangers of the Sea wahrscheinlich ohnehin deutlich bewanderter. Der sanfte Folk-Rock der Skandinavier steckt voller Zitate aus den 60ern und 70ern und erinnert nicht zuletzt an die großartigen Märchenwald-Amerikaner Midlake. Am 17. Mai veröffentlicht Devil Duck Records das selbstbetitelte Debüt und gleich danach gehen Dangers of the Sea auf kurze Deutschland-Tour (mehr Konzerte sollen dann im Herbst folgen).

Zur Einstimmung auf alles Kommende sei das Video zum feinen Song “Sheer Desperation” empfohlen, in dem Andreas Bay Estrup am Strand ein Klavier zu Kleinholz verarbeitet:

Tourdaten:
18.05.13 Greifswald – Kulturbar
19.05.13 Hamburg – Knust @ About Songs Festival
20.05.13 Jena – Café Wagner
22.05.13 Münster – Eule

Wax Mannequin: “No Safe Home”

Wax MannequinObwohl Chris Adeney alias Wax Mannequin aus Kanada stammt, scheint er irgendwie auch in Fürth zu Hause zu sein. Zumindest tritt der Songwriter gefühlt mindestens ein Mal im Jahr in der Kellerbühne des Babylon Kinos auf – morgen ist es wieder soweit. Just an diesem Tag erscheint auch das mittlerweile sechste Wax Mannequin-Album “No Safe Home”, das einmal mehr Folk-Songs mit einem mehr oder weniger hohen Anteil an avantgardistischen Elementen präsentiert. Die Krux an der Sache ist, dass mir gerade die etwas experimentelleren Stücke, die ich ganz gerne in die Schubladen “Folk Noir” oder “Cabaret Songwriting” stecken möchte, nicht ganz so sehr zusagen, was allerdings keineswegs an ihrer Qualität, sondern schlichtweg an meinen persönlichen Präferenzen liegt.

Deutlich besser gefallen mir die nicht ganz so düsteren, eher konventionellen Songs wie “Black Bell”, “Body White / Body Black” und “Don´t Want To Go”, die mit ruhiger Akustikgitarre, Country-Fiedel und Chris Adeneys angenehmer, wandlungsfähiger Stimme punkten. Auch nicht schlecht ist das das Album beschließende “PB”, das mit sechseinhalb Minuten (die anderen Stücke sind größtenteils eher kurz ausgefallen) Dauer und seinen rumpligen 90er-Jahre-Indierock-Anleihen komplett aus dem Rahmen fällt.

Eine recht spannende Platte also – der Besuch der beiden noch anstehenden Konzerte könnte sich durchaus lohnen (und sei es nur, um herauszufinden, ob der Herr tatsächlich immer eine brennende Kerze auf dem Kopf trägt).

Konzerte:
03.05. Fürth – Babylon Kellerbühne
04.05. Gera – Songtage