Kritik: Withered Hand

Withered Hand – Inbetweens EP
Kimi Records, 19.10.2012
Für Freunde von: Frightened Rabbit, Meursault, Damien Rice

Es ist eigentlich nur konsequent, dass “Inbetweens”, die neue EP von Dan Willson alias Withered Hand, beim isländischen Label Kimi Records erscheint. Vor gut zweieinhalb Jahren tourte der Schotte gemeinsam mit Benni Hemm Hemm, die zuvor ein paar Songs in Dan Willsons Heimatstadt Edinburgh aufgenommen hatten, durch die Lande und spätestens seit damals besteht eine freundschaftliche Verbindung zwischen Schottland und Island.

Wer nun allerdings denkt, Withered Hand könnte mittlerweile so klingen, wie man es von isländischen oder von Island inspirierten Musikern gemeinhin erwartet, wird von “Inbetweens” schnell eines Besseren belehrt.  Dan Willson ist nach wie vor ein bodenständiger schottischer Songwriter fast klassischen Zuschnitts – und zwar einer der besten seiner Art, weil er sich in seinen Liedern über die Hochs und Tiefs des Lebens (nicht zu vergessen natürlich die inbetweens) nie in Selbstmitleid verliert, sondern seine Texte immer mit viel Augenzwinkern, jeder Menge Schimpfwörtern und einer liebenswerten Scheiß-Drauf-Haltung rüberbringt.

Dementsprechend ist es fast schade, dass “Inbetweens” nach einer knappen Viertelstunde schon vorbei ist – die vier exzellenten Songs darauf (allen voran das erstaunlich rumpelige “Heart Heart” und das weit ausholende “Wonderful Lie”) klingen aber noch lange nach.- 8 Punkte

Radar: Arthur Rigby & the Baskervylles

Wer? Hinter Arthur Rigby & the Baskervylles verbirgt sich ein acht Personen starkes Folkpop-Orchester aus Leeds. Inwiefern sich die Band um Songschreiber Benjamin Hatfield bei ihrer Namensfindung vom ehemaligen englischen Nationalspieler Arthur Rigby beeinflussen ließ, ist you sound great leider nicht bekannt.

Was? Nachdem die Ende 2009 gegründete Band in den letzten Jahren bereits einige Erfolge verbuchen durfte (darunter diverse lobende Erwähnungen vom BBC 6 Music-Granden Tom Robinson und ein Auftritt beim Reading Festival), ist Anfang April mit “Tales From The Pegasus Wood” nun endlich auch die Debüt-EP von Arthur Rigby & the Baskervylles erschienen. Fünf sehr ausgereifte und mit satten Bläsersätzen grandios instrumentierte Songs finden sich darauf – angesiedelt meist irgendwo zwischen der britischen Eleganz von The Miserable Rich und isländischen Lieblingen wie Benni Hemm Hemm oder den Hjaltalín von “Sleepdrunk Seasons”. Mit einem Wort: Toll!

Anhören:

The Black Atlantic im TV und auf Tour

Vergangenen Donnerstag gastierten The Black Atlantic in der holländischen TV-Show “De Wereld Draait Door”, wo sie ihre beiden exzellenten Songs “Reverence For Fallen Trees” und – leider nur in einer verkürzten Version – “Fragile Meadow” live präsentieren durften:

Demnächst gibt es die unglaublich sympathischen Niederländer dann auch wieder auf den hiesigen Bühnen zu bewundern:

29.01.11 Göttingen – The Living Room Society
30.01.11 Hannover – UJZ Korn
01.02.11 Kiel – Schaubude
02.02.11 Hamburg – Haus III&70
03.02.11 Berlin – Schokoladen
04.02.11 Kassel – Schlachthof
05.02.11 Zwickau – Moccabar
06.02.11 Bamberg – Morph Club
11.02.11 Wuppertal – tba
12.02.11 Erfurt – Franz Mehlhose
13.02.11 Erlangen – E-Werk
23.02.11 Stuttgart – Café Galao
26.02.11 Cologne – King Georg

Das Konzert in Bamberg werde ich mir auf jeden Fall ansehen und den Auftritt in Erlangen kann ich auch nur wärmstens empfehlen: Neben The Black Atlantic spielen an diesem Abend nämlich die Lokalmatadoren Newman sowie Daniel Benjamin und Benni Hemm Hemm im E-Werk.

[live] Benni Hemm Hemm und Withered Hand im E-Werk

Selten war ich nach einem Konzert im E-Werk wieder so schnell zurück im heimischen Bamberg wie heute. Dem etwas engen Zeitplan wegen (das Tanzwerk wurde später noch für eine Party gebraucht) begann die Show nämlich pünklichst um 20.30 Uhr und war gegen 22.00 Uhr schon wieder zu Ende, so dass ich mit einem kleinen Sprint durch die Fußgängerzone sogar einen früheren Zug erwischte. Perfekt – da könnten sich andere Bands, die ewig lange brauchen, um sich einmal auf die Bühne zu bequemen, durchaus eine Scheibe von abschneiden…

Zuerst spielte der von mir heiß ersehnte Dan Willson alias Withered Hand ein kurzes Set und enttäuschte mich nicht. Ein wenig erinnerte mich die Stimme des Schotten an eine Mischung aus Neil Young und Conor Oberst – sehr angenehm auf jeden Fall. Bei “Providence”, dem vorletzten Stück von Withered Hand, durften dann Benni Hemm Hemm und einer seiner Mitmusiker zur gesanglichen Unterstützung mit auf die Bühne, was schon einmal die perfekte Überleitung zu dem war, was danach noch kommen sollte.

Bei Benni Hemm Hemm (der selbst keine Verantwortung für den Vulkanausbruch in Island übernehmen wollte) wäre ich dann mehrmals fast eingenickt. Allerdings nicht etwa, weil das Konzert so langweilig war, sondern einfach, weil die meisten der Songs, die Benedikt H. Hermannsson und sein Bläsertrio zum Besten gaben, zum Träumen schön waren. Meinetwegen könnten die Isländer jeden Abend zu mir nach Hause kommen und mich in den Schlaf spielen. Der erste Teil des Auftritts wurde ausschließlich mit Songs in isländischer Sprache bestritten, was die wohlig-warme Stimmung noch weiter verstärkte. Im zweiten Teil gab es vorwiegend Songs auf Englisch zu hören – meist von der sehr empfehlenswerten neuen EP “Retaliate”. Zur finalen Zugabe gesellte sich noch einmal Dan Willson für ein furioses Duett zum Quartett aus dem hohen Norden, was einen kurzen, aber sehr schönen Abend perfekt abrundete.

[video] Withered Hand @ They Shoot Music

Jüngst war das Team der hochgeschätzten Website They Shoot Music zu Gast in Schottland, wo unter anderem Dan Willson alias Withered Hand in seinem Haus in Edinburgh besucht und gefilmt wurde. Herausgekommen ist eine äußerst sehens- und hörenswerte Session mit einem ausnehmend sympathischen und talentierten Musiker. Am 16. April spielt Withered Hand als Support für Benni Hemm Hemm im E-Werk – ein Konzert, auf das ich mich schon sehr freue.

live (alle Termine mit Benni Hemm Hemm): 16.4. Erlangen – E-Werk, 17.4. Berlin – Glashaus, 18.4. Hamburg – Hafenklang, 19.4. Köln – Kulturbunker

[live] Am Freitag im E-Werk: Helgi Hrafn Jónsson

Morgen Abend startet im E-Werk die neue Konzertreihe “insular”, die ganz im Zeichen der isländischen Popmusik steht. Gleich zu Beginn schaut ein echter Hochkaräter in Erlangen vorbei: Helgi Hrafn Jónsson, der vergangenes Jahr mit seinem zweiten Album “For The Rest Of My Childhood” für viel Aufsehen sorgte. Unbedingt hingehen, denn Helgi Jónsson hat nicht nur wunderschöne, melancholische Songs anzubieten, sondern spricht auch das liebenswerteste Deutsch, das man sich vorstellen kann: Wienerisch mit isländischem Akzent.

Beginn ist um 21 Uhr, Tickets gibts für 12 Euro (AK) – Support: Marie Fisker

Das nächste Konzert der “insular”-Reihe findet am 16.4. statt. Zu Gast ist dann Benni Hemm Hemm (+ Support: Withered Hand) – bitte dick im Kalender anstreichen!