Hard times come again no more.

Foto: Craig Kief

Foto: Craig Kief

Sam Beam alias Iron & Wine ist nach wie vor einer meiner Lieblingsmusiker. Einerseits, weil der Amerikaner ein ganz besonders sanftmütiger und zurückhaltender Zeitgenosse ist, andererseits natürlich auch, weil viele seiner Lieder (ganz besonders “Each Coming Night”, “The Trapeze Swinger”, “He Lays in the Reins”, “Naked As We Came”, “Sodom, South Georgia”, “Passing Afternoon”) zu meinen absoluten Favoriten gehören. In den letzten Jahren allerdings hat sich Sam Beam musikalisch in eine Richtung entwickelt, die mir nicht mehr ganz so sehr zusagt: Die Freejazz-Anleihen auf seinem letzten Album “Kiss Each Other Clean” gefielen mir nicht besonders gut und auch von den Live-Auftritten, die mit einer gigantischen Band bestritten wurden, hätte ich mir damals ein wenig mehr von der Intimität der früheren Tage gewünscht.

Dass sich an der damals neu eingeschlagenen Richtung in absehbarer Zeit etwas ändern wird, darf aber bezweifelt werden. Die ersten Hörproben der am 12. April erscheinenden neuen Platte “Ghost on Ghost” (4AD) legen jedenfalls die Vermutung nahe, dass es nun noch experimenteller zugeht als jemals zuvor.

Das beim Rolling Stone zu hörende “Hard Times Come Again No More” – eingespielt für die US-Fernsehserie “Copper” – ist so gesehen ein doppelter Rückgriff auf alte Zeiten. Das Lied ist ein bereits Dutzende Male neu interpretiertes, im Jahr 1854 von Stephen Foster (eine Art Conor Oberst des mittleren 19. Jahrhunderts) geschriebenes Stück und die Iron & Wine-Version davon klingt fast so erhaben und berührend wie die Songs auf “Our Endless Numbered Days”.

Live: 5. Juli 2013 – Berlin, Admiralspalast

Doppelpack: Calexico, Iron & Wine

Foto: Jairo Zavala

Iron & Wine und Calexico vereint nicht nur die hervorragende gemeinsame EP “In The Reins” (2005), sondern auch der Umstand, dass ihre letzten Werke nicht ganz so leicht verdaulich waren wie die frühen Veröffentlichungen. Anspruchsvoller sind beide eben geworden, aber gerade beim Hören von Sam Beams sehr experimentellen letzten Album “Kiss Each Other Clean” fühlte ich mich nicht unbedingt wie ein Genießer anspruchsvoller Musik, sondern war eher abgeschreckt von zu viel Saxophon und Freejazz.

Wie dem auch sei: Sowohl Sam Beam als auch Joey Burns, John Convertino und Co. erfreuen uns in naher Zukunft mit neuem Material. Iron & Wine veröffentlicht Ende Juni bei Suicide Squeeze Records die vorerst nur in de USA erhältliche, auf 750 Exemplare limitierte 7″ Vinyl “Two Sides Of George” mit Coverversionen von George Michaels “One More Try” und Little Feats “Trouble”, Calexico lassen gut zwei Monate danach am 7. September via City Slang ihr mittlerweile sechstes Studioalbum “Algiers” (benannt nach einem Viertel in New Orleans, nicht nach der Hauptstadt Algeriens) folgen.

In den ersten Vorboten “Para” darf ebenso wie in “One More Try” bereits jetzt reingehört werden – Eindrücke, Meinungen und Lobpreisungen sind in den Kommentaren jederzeit willkommen:

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Calexico live:
14.09.12 Köln – E-Werk *
20.09.12 Darmstadt – Centralstation *
21.09.12 (CH) Zürich – Volkshaus *
22.09.12 (AT) Wien – Konzerthaus *
23.09.12 Berlin – Huxley’s *
25.09.12 Hamburg – Große Freiheit *
15.11.12 (CH) Basel – Volkshaus/Festsaal
16.11.12 Leipzig – Werk 2
17.11.12 Weissenhäuser Strand – Rolling Stone Weekender
18.11.12 Wiesbaden – Schlachthof
26.11.12 (AT) Linz – Posthof
28.11.12 (AT) Salzburg – Republic
29.11.12 München – Muffathalle
*Support: Laura Gibson & Band

Iron & Wine in der Katharinenruine

Am Ende hatte der Wettergott (oder waren es doch die Schnepfenreuther Bauern?) ein Einsehen und statt der prognostizierten Unwetter mit Starkregen und Hagel gab es während des Konzerts von Iron & Wine in der Katharinenruine zum Glück nur ein paar kleinere Regenschauer, die dank der mitgebrachten Regenjacken, Schirme und Gummistiefel aber locker abgewehrt wurden.

Wie der Abend sonst so war, lest ihr entweder bei Rote Raupe (von mir) oder beim curt Magazin.

Vorschau: Iron & Wine in der Katharinenruine

Foto: Piper Ferguson

Sehr schön: Die Wettervorhersage prophezeit für den kommenden Mittwoch (13. Juli) Höchsttemperaturen von angenehmen 26 Grad und einen nur leicht bewölkten Himmel. Optimale Bedingungen also für den Auftritt von Iron & Wine auf Nürnbergs schönster Bühne, der Katharinenruine, wo eventuell auch diesmal – wie vergangenes Jahr bei Get Well Soon – am Verpflegungsstand wieder Flammkuchen feilgeboten wird.

Neben passendem Wetter und Flammkuchen wünsche ich mir ein paar weniger Free-Jazz-Experimente (leider auch eine kleine Schwäche des aktuellen Albums “Kiss Each Other Clean”) als beim trotzdem ziemlich großartigen Konzert in der Münchner Freiheizhalle im Februar und außerdem die damals außen vor gelassenen Songs “Sodom, South Georgia” und “He Lays In The Reins”. Dann wäre zumindest aus meiner Sicht wirklich alles perfekt…

Neben Nürnberg spielen Sam Beam und seine Band ab nächstem Montag auch noch in folgenden Städten – Hingehen kann ich nur wärmstens empfehlen:

11. Juli – Freiburg, ZMF
12. Juli – Karlsruhe, Zeltival
14. Juli – Dresden, Beatpol
15. Juli – Gräfenhainichen, MELT! Festival
16. August – Darmstadt, Centralstation
17. August – (CH) Winterthur, Musikwochen
18. August – Berlin, Astra
20. August – Düsseldorf, ZAKK

Das Jahr 2011 in Konzerten (I)

Zu einem Viertel ist das (Konzert-) Jahr 2011 nun auch schon wieder vorbei – höchste Zeit also, einmal kurz inne zu halten und das Gesehene und Gehörte Revue passieren zu lassen. Auch wenn mich nicht alles vom Hocker gerissen hat, gibt es doch ein paar Momente, an die ich mich sicher noch in vielen Jahren immer wieder gerne erinnern werde: Zum Beispiel an Peter Broderick, der etwas wackelig mit seiner Geige auf dem Piano-Hocker steht. Oder an Nils Frahm, der sich wie ein kleines Kind freut, weil einfach alles geklappt hat. Oder an den unglaublich liebenswerten Sam Beam, der wohl einer der drei freundlichsten Menschen der Welt ist. Oder an The Black Atlantic, die umringt von den Zuschauern das wunderbare “Dandelion” spielen. Oder an das entsetzte Raunen, das durch die Reihen geht, als Teitur die (zum Glück billige, wie er beruhigend betont) Gitarre aus der Hand fällt. Oder, oder, oder…es war jedenfalls wunderbar, dabei gewesen zu sein.

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Die bisher besuchten Konzerte auf einen Blick

Sensationell:
nichts

Exzellent:
Nils Frahm/Peter Broderick (Neues Museum, 5. April)

Sehr gut:
The Black Atlantic (Morph Club, 6. Februar)
Bored Man Overboard (MUZ, 26. Januar)
Iron & Wine (Freiheizhalle München, 11. Februar)

Gut:
Teitur (E-Werk, 24. März)
ClickClickDecker (MUZ, 30. März)
The Thermals (K4 Festsaal, 14. April)
Tusq (MUZ, 23. Februar)

Okay:
Petula (MUZ, 30. März)
Tift Merritt (Freiheizhalle München, 11. Februar)
The Bewitched Hands (MUZ, 23. Februar)
Tu Fawning (MUZ, 2. März)

Mäßig:
Ginger Redcliff (E-Werk, 24. März)
The Coathangers (K4 Festsaal, 14. April)
King Automatic (MUZ, 26. Januar)

Schlecht:
zum Glück nichts

Live // Iron & Wine @ Freiheizhalle

Heute vor einer Woche stand ich ziemlich genau um diese Uhrzeit in der sehr schönen, sehr vollen Münchner Freiheizhalle und lauschte dem Konzert von Iron & Wine – teilweise etwas verwirrt von den allzu ausladenden Free Jazz-Experimenten, teilweise fast den Tränen nahe vor Rührung (spätestens bei “Naked As We Came” wurden die Augen dann tatsächlich etwas feucht).

Einen ausführlichen Konzertbericht findet ihr bei Rote Raupe, die Setliste unten.


Setliste:
1.  Rabbit Will Run
2.  Tree By The River
3.  The Sea & The Rhythm
4.  Love And Some Verses
5.  Arms Of A Thief
6.  Lovesong Of The Buzzard
7.  Summer In Savannah
8.  Bird Stealing Bread
9.  Free Until They Cut Me Down
10. House By The Sea
11. Big Burned Hand
12. In My Lady´s House
13. Boy With A Coin
14. Me And Lazarus
15. Wolves (Song Of The Sheperd´s Dog)
16. Fever Dream
17. Naked As We Came
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18. Flightless Bird, American Mouth

Iron & Wine bei Daytrotter

Gut eine Woche vor der Veröffentlichung seines neuen Albums “Kiss Each Other Clean” schaute Sam Beam alias Iron & Wine in den Daytrotter-Studios vorbei, um drei aktuelle Stücke und den altbekannten Klassiker “Naked As We Came” (im Original auf “Our Endless Numbered Days”) zum Besten zu geben. In den etwas abgespeckten Versionen gefallen mir “Tree By The River”, “Godless Brother In Love” und “Glad Man Singing” beinahe ein wenig besser als auf der Platte, die mir streckenweise fast zu verschwurbelt und experimentell geraten ist.

Überhaupt schätze ich Iron & Wine schon seit jeher eher für seine Live-Auftritte als für seine Alben – dementsprechend groß ist bei mir auch schon die Vorfreude auf das Gastspiel von Sam Beam am 11. Februar in der Münchner Freiheizhalle…

Zur Daytrotter-Session geht es hier entlang, in Bild und Ton gibt es Iron & Wine hier zu sehen.

Tageszusammenfassung, 11. Oktober

Foto: Piper Ferguson

So viele News heute, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll: Warum also nicht beim bärtigen Mann auf dem Foto oben? Folk-Füchse haben Sam Beam natürlich sofort erkannt und wissen längst, dass voraussichtlich im Januar 2011 ein neues Album von Iron & Wine erscheinen wird. “Kiss Each Other Clean” heißt es und wird – wie jetzt bekannt wurde – nicht mehr auf Sam Beams langjährigem Label SubPop veröffentlicht, sondern beim Major 4AD (weltweit) bzw. Warner Bros. (USA) – aus finanzieller Sicht sicher ein kluger Schritt.

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Weniger bärtig, aber auch super ist Mark Hamilton, Mastermind von Woodpigeon. Jüngst kehrte der Kanadier, Sohn österreichischer Einwanderer (oder Auswanderer) zurück nach Wien und spielte eine Session für They Shoot Music ein. Unter den Songs findet sich auch ein wunderschönes Daniel-Johnston-Cover. Leiwand!

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Einen meiner liebsten Songs der vergangenen Wochen – “Fribourg” von The Late Call – hat Tapete Records jetzt als Gratis-Mp3 im Angebot. “You Already Have A Home”, das supergute neue Album von Johannes Mayer, kommt dann am 22. Oktober.

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Dummerweise weiß ich immer noch nicht, wie man Vimeo-Videos bei WordPress einbettet (kann mir da jemand helfen?) – deshalb verweise ich einfach mal aufs analogsoul blog, das wiederum auf die talentierten Menschen von Musikmob verweist, die ein Studiokonzert der nicht minder talentierten Talking To Turtles mitgeschnitten haben.