[buch] Don DeLillo: „Der Omega-Punkt“

Er sagte: „Können Sie sich vorstellen, ein anderes Leben zu leben?“
„Das ist zu einfach. Fragen Sie mich was anderes.“

Wahrscheinlich ist Don DeLillos neuer Roman „Der Omega-Punkt“ nicht die ideale Lektüre für ein sonniges Pfingstwochenende im Liegestuhl, denn trotz seines geringen Umfangs von gerade einmal knapp 110 Seiten hat es dieses Büchlein in sich.

Es geht um Douglas Gordons Kunstinstallation „24 Hour Psycho“ (für die, wie der Name schon sagt, „Psycho“ so verlangsamt wurde, dass er eine Laufzeit von 24 Stunden hat), einen kauzigen alten Gelehrten namens Richard Elster, ehemals Berater der US-Regierung in Sachen Irak-Krieg, seine Tochter Jessie, die mitten in der Wüste spurlos verschwindet, und um den Filmemacher Jim Finley, der einen minimalistischen (keine Schnitte!) Dokumentarfilm über Elster drehen will. Dazwischen entspinnt sich ein Nachsinnen über Zeit, das Altern, den Tod, Filmkunst, Terror und Verlust. Was genau Don DeLillo letzten Endes mit diesem Roman sagen will, wurde mir bis zum Ende nicht ganz klar, aber trotzdem kann ich „Der Omega-Punkt“ nur Wärmstens empfehlen. Die Fragen, die unbeantwortet bleiben, sind schließlich immer die Spannendsten.

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