Festival: Poolinale

Wien, Top Kino
17. bis 19. Juni 2011

Nicht nur mir scheint am Wochenende die hohe Hipster-Dichte aufgefallen zu sein, sondern auch der Redakteurin von The Gap, die von „coolen Indie-Kids mit Riesensonnenbrillen und bedruckten Stoffbeuteln“ rund um das Top Kino in der Rahlgasse zu berichten weiß.

Grund für das Schaulaufen trendbewusster Szenemenschen dürfte zumindest am Auftaktabend des erstmals stattfindenden Musikfilm-Festivals Poolinale der Eröffnungsfilm „Scenes From The Suburbs“ gewesen sein – Arcade Fire ziehen eben doch immer die Massen an. Hundertprozentig konnte der Streifen von Spike Jonze trotz unbestreitbarer Qualitäten meine hohen Erwartungen aber nicht erfüllen, was wohl in erster Linie an der etwas undurchsichtigen Handlung (vielleicht mag mir ja mal jemand erklären, was es mit den Soldaten und dem Krieg auf sich hat) lag.

Direkt nach „Scenes From The Suburbs“ folgte Seamus Murphys filmische Umsetzung des aktuellen PJ Harvey-Albums „Let England Shake“, die bei den jungen Arcade Fire-Fans offenbar nicht allzu gut ankam. Zumindest lichteten sich die Reihen des vorher bis auf den letzten Platz besetzten Saales während der Vorstellung doch zusehends.

Derartige Fluktuationserscheinungen gab es beim zweiten Doublefeature des Festivals nicht, wobei zumindest die Vorstellung am Samstagabend nicht komplett ausverkauft war. An Vincent Moons hervorragenden Efterklang-Streifen „An Island“, der allein wegen der unglaublich großartigen Szene in der Schulturnhalle schon das Eintrittsgeld wert war, schloss sich die zumindest für mich größte Überraschung der Poolinale an, nämlich Charlie Finks bereits 2009 entstandener Film „The First Days of Spring“, der – basierend auf dem gleichnamigen Album von Finks Band Noah & The Whale – die Beziehungen im Leben des Protagonisten Ethan mit viel Humor und Wehmut in bester Wes Anderson-Manier nachzeichnet. Angesichts eines solch wunderbaren Films ist es fast schon tragisch, dass die aktuelle Noah & The Whale-Platte leider arg belanglos ausgefallen ist.

Die erste Poolinale jedenfalls war ein voller Erfolg – die Veranstalter sprechen von mehr als 800 Besuchern an den beiden Festivaltagen, was gemessen an den doch arg begrenzten räumlichen Kapazitäten des Top Kinos eine bemerkenswerte Zahl ist. Einer Fortsetzung dieses schönen Festivals im kommenden Jahr scheint jedenfalls nichts entgegenzustehen.

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