Live // Herman Dune in Erlangen

Foto: Estelle Hanania

Wie die Zeit doch vergeht! Mehr als vier Jahre sind inzwischen ins Land gezogen seit meinem letzten Herman Dune-Konzert (damals, an einem verregneten Bardentreffen-Samstag Ende Juli 2007, war sogar noch der unvergleichliche Stanley Brinks Mitglied der Band) und dementsprechend vorfreudig fieberte ich seit Wochen dem Gastspiel der in Frankreich lebenden Käuze entgegen.

Dass wir nach einer kleinen Irrfahrt durch Erlangen erst gegen 21.30 Uhr im zu gut zwei Dritteln gefüllten E-Werk ankamen und mehr als die Hälfte des Auftritts von Sean Flinn & The Royal We verpassten, machte zum Glück fast gar nichts, zumal mich die aus Portland (sonst eigentlich ein Merkmal höchster Qualität) stammende Band mit ihren eher mittelprächtigen Songs nicht wirklich vom Hocker riss. Der schlecht abgemischte Sound tat sein Übriges – ein Problem, mit dem danach auch Herman Dune zu kämpfen hatten. Der wohl auch deswegen gestern eher schlecht gelaunte und wenig redselige Yaya Herman Dune musste mehrmals um Nachbesserungen bitten und auch der Roadie war praktisch Stammgast bei den Tonmenschen, die sich von den Beschwerden jedoch offenbar nur wenig beeindrucken ließen. Jedenfalls blieb die Tonqualität bis zum Ende des rund eindreiviertel Stunden dauernden Konzerts bestenfalls mittelprächtig.

Musikalisch dagegen gab es kaum etwas auszusetzen am Auftritt von Yaya Herman Dune, Cosmic Neman und Ben Pleng im kurzerhand in „Ewok“ umbenannten E-Werk. Das feine neue Album „Strange Moosic“ wurde praktisch komplett gespielt – „Lay Your Head On My Chest“ eröffnete das Konzert, wenig später folgten „Ah Hears Strange Moosic“ und „In The Long Run“, ganz am Ende kamen mit „Tell Me Something I Don´t Know“ und „Be A Doll And Take My Heart“ zwei weitere Hochkaräter der Platte zum Zuge. Zwischendurch leiteten „Just Like Summer“ und „I Wish That I Could See You Soon“, der grandiose Opener des 2006er Albums „Giant“, zu einem kleinen Akustikpart mit „The Rock“ und dem hervorragenden Abzählreim-Liedchen „1-2-3/Appletree“ über.

Einziger Wermutstropfen der ansonsten sehr hübsch und abwechslungsreich zusammengestellten Setliste war, dass die Songs von „Next Year In Zion“ abgesehen vom Mini-Hit „My Home Is Nowhere Without You“ leider so gut wie keine Beachtung fanden. Schade, denn „Don´t You Worry A Bit (Try To Think About Me)“, „My Baby Is Afraid Of Sharks“ und „Someone Knows Better Than Me“ hätte ich mir allesamt nur zu gerne angehört.

Trotzdem: Ein schöner Abend, der die lange Wartezeit wert war. Ich hoffe nur, dass es bis zum nächsten Wiedersehen mit Herman Dune nicht wieder vier Jahre dauert.

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