Live // Solander in Bamberg

Ich habe es ein wenig schleifen lassen mit Solander – nach dem von mir hochgeschätzten Debüt „Since We Are Pigeons“ aus dem Jahr 2009 ging der in diesem Mai erschienene Nachfolger „Passing Mt. Satu“ seltsamerweise beinahe komplett an mir vorbei. Erst in den letzten Tagen nahm ich mir ein wenig Zeit, die Platte ein paar Mal anzuhören; und siehe da: Als Gesamtwerk gefällt mir das filigraner arrangierte „Passing Mt. Satu“ fast noch besser als der Erstling, von dem mir aber wiederum ausgewählte Songs („Berlin“, „One More Shot“, „St. Michael“, „When You Are Away“) trotzdem mehr zusagen.

Zum direkten Vergleich der Live-Tauglichkeit der beiden Platten kam es aber im für einen Dienstag erstaunlich gut gefüllten Morph Club am Ende kaum. Von „Since We Are Pigeons“ spielten Fredrik Karlsson, Anja Linna und die beiden zumindest optisch unglaublich jung wirkenden Mikael Persson und Albin Johansson (der unter seinem Künstlernamen Pal auch das Vorprogramm bestreiten durfte – mit Gitarre und Loopstation*, ein Trend, der nicht zu meiner allergrößten Freude scheinbar immer weiter um sich greift) nämlich nur „Make Amends“ und das gestern nicht ganz so zündende „Berlin“. Das komplette Konzert war einfach wesentlich stärker auf das sehr banjo-, cello- und glockenspiellastige „Passing Mt. Satu“ zugeschnitten, was sich vor allem bei so grandiosen Stücken wie „Flight“, „Rhino“, „Follow“ und meinem persönlichen Favoriten „Huckleberry Finn“ äußerst positiv bemerkbar machte.

Überhaupt fühlte ich mich streckenweise sehr an den frühen Sufjan Stevens erinnert – eine Parallele, die mir beim Hören der Alben bisher kaum aufgefallen war. Womöglich lag es am Banjo, an Fredrik Karlssons sanfter Stimme oder an den alten Urlaubsdias, die Tilman Dominka an die Leinwand hinter der Band aus Malmö projizierte, vielleicht aber auch einfach an meiner oft seltsamen Phantasie…

Aber egal: Schön war es auf jeden Fall mit Solander im Morph Club. Im Anschluss spielten noch Hunt um die in Bamberg immer wieder gern gesehene Susanna Brandin (Winter Took His Life). Sicher auch sehenswert, aber zunehmende Müdigkeit und die Aussicht auf eine lange und sehr dunkle (wo waren denn gestern Nacht bloß die Sterne?!) Heimfahrt bewegten uns dann doch dazu, die Zelte etwas zeitiger abzubrechen.

Setliste:
1. Porch Sitting Song
2. Flod
3. Berlin
4. Flight
5. Rhino
6. Follow
7. Make Amends
8. The Garden
9. Huckleberry Finn
10. Tuuli (Zugabe)

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