(Kritik) Nada Surf: The Stars Are Indifferent To Astronomy

Dass Männer mit zunehmendem Alter dazu tendieren, ein wenig wunderlich zu werden, wird zumindest der weibliche Teil der werten Leserschaft heftig nickend bestätigen können. Natürlich sind auch Musiker nicht vor der Midlifecrisis gefeit, weshalb viele Bands irgendwann höchst fragwürdige künstlerische Entscheidungen treffen und entweder in die komplette Belanglosigkeit abtauchen oder sich mit experimentellen Höhenflügen gewaltig verzetteln.

Die Mittvierziger von Nada Surf (Schlagzeuger Ira Elliott feiert im kommenden Jahr sogar schon seinen 50. Geburtstag), seit jeher unglaublich sympathische und bodenständige Typen, setzen trotz ihres kritischen Alters auf ihrem nunmehr sechsten Studioalbum „The Stars Are Indifferent To Astronomy“ (City Slang, 20. Januar) ihren vor rund anderthalb Jahrzehnten eingeschlagenen Weg unbeirrt fort und machen auch diesmal genau das, was sie schon immer machen: Melodieverliebten College-Rock mit großen Refrains und herzzerreißend schönen Momenten. Ein wenig schroffer und ungeschliffener als der sehr schmeichelnde Vorgänger „Lucky“ (auf dem sich mit „See These Bones“ der beste Song, den die New Yorker jemals geschrieben haben, versteckt) ist das neue Werk ausgefallen und gerade dieses Ungestüme unterstreicht das ewig Jugendliche, das Nada Surf immer noch anhaftet.

„Waiting For Something“, „When I Was Young“, „Jules And Jim“ und „Teenage Dreams“ heißen die stärksten Songs auf „The Stars Are Indifferent To Astronomy“ und allein an den Titeln ist zu merken, dass Matthew Caws und seine beiden Freunde eben doch ein Bewusstsein für tickende Uhren und den unglücklichen Umstand, dass alles auf dieser Welt vergänglich ist, haben. Von altersbedingter Wunderlichkeit ist die Band aber dennoch meilenweit entfernt.- 7/10

Nada Surf: „When I Was Young“

Nada Surf: „Waiting For Something“

Tour19.1.12 Haldern, Haldern Pop Bar (20 Jahre Intro) / 21.1.12 (A) Wien, Arena / 22.2.12 (A) Graz, Posthof (+ WATERS) / 25.2.12 München, Backstage Halle (+ WATERS) / 26.2.12 Berlin, Huxley´s (+ WATERS) / 27.2.12 Hamburg, Markthalle (+ WATERS) / 28.2.12 Köln, Live Music Hall (+ WATERS).

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