(Kritik) Steve Smyth: Release

Aktuellen Bildern nach zu urteilen dürfte es nicht mehr allzu lang dauern, bis Steve Smyth in einer Liga mit Sam Beam und William Fitzsimmons spielt – zumindest, was den Bart angeht. Musikalisch reiht sich der Songwriter aus New South Wales, der mittlerweile in London lebt, jedoch eher ein in die Riege junger Traditionalisten wie Nathaniel Rateliff, William Elliott Whitmore und Nic Dawson Kelly, die mit früh gealterten Stimmen Geschichten von Hochprozentigem und dem rauen Leben erzählen.

Steve Smyths beeindruckende Stimme ist schließlich auch das charakteristischste Merkmal seines Debütalbums „Release“ (TeenAgeRiot Music, ein Release-Termin für Deutschland steht noch nicht fest, dürfte aber angesichts der Solo-Tour Ende März nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen) – mal spuckt der gebürtige Australier in seinen von Folk und Blues geschwängerten Songs Gift und Galle, mal wimmert er wie ein Häuflein Elend und an anderer Stelle gibt er das sanftmütige Lamm. Bezeichnenderweise sind es allerdings gerade die ruhigeren Stücke, die am meisten zu überzeugen wissen: Das banjolastige „Endless Nowdays“ zum Beispiel, das grüblerische „Midnight In The Middle“, „Stay Young“ (ein Duett mit Juanita Stein von den Howling Bells) und „Too Much A Nuthin´“, in das am Ende ein ganzer Kneipenchor einfällt.

Insgesamt ein mehr als überzeugender Erstling – Steve Smyth ist sicher noch nicht ganz am Ende seiner Entwicklung angelangt, aber wer die Gelegenheit hat, ihn demnächst live in Augenschein zu nehmen, sollte diese unbedingt nutzen.- 6/10

Steve Smyth: „Endless Nowdays“

Steve Smyth: „Bar Made Blues (acoustic)“

Tour – 24.3.12 München, Atomic Café / 26.3.12 Hamburg, Molotow / 27.3.12 Berlin, Magnet / 28.3.12 Köln, Gebäude 9.

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