(Album) O Emperor: Hither Thither

Noch eine Band, die es erst mit einiger Verzögerung nach Deutschland geschafft hat: O Emperor aus dem irischen Waterford haben ihr Debütalbum „Hither Thither“ (eine poetische Umschreibung für „hierhin und dorthin“) in ihrer Heimat bereits im Jahr 2010 veröffentlicht und es damit auf Platz 6 der Album-Hitparade geschafft. Auftritte bei so renommierten Veranstaltungen wie dem SXSW und dem Festival in Benicàssim sowie eine Tournee im Vorprogramm vom Mumford & Sons folgten. Mit den eben Genannten sollten O Emperor allerdings nicht vorschnell in eine Schublade gesteckt werden, denn die von Paul Savage und Philip Christie geschriebenen Stücke sind wesentlich vielschichtiger und reicher an Referenzen (vor allem die späten 60er und frühen 70er haben ihnen offensichtlich sehr angetan) als der doch recht simple Folk der Londoner.

Am 2. März erscheint „Hither Thither“ bei K&F Records – neu abgemischt und mit zwei Bonustiteln – nun endlich auch ganz offiziell bei uns. Wir haben schon einmal reingehört:

1) Don Quixote

Ch: Nach dem Lesen der Presseinformation hätte ich gedacht, dass das ganz anders klingt. Ruhiger irgendwie.
Jn: Die Musik gefällt mir, aber den Gesang finde ich grausam. So eine typische Britpop-Stimme – wie bei den Charlatans.

2) Po

Ch: Sowas hätte ich von Anfang an erwartet. Das ist sehr gut.
Jn: …wenn halt die Stimme nicht wäre.

3) Sedalia

Ch: Piano-Ballade!
Jn: Ich weiß nicht, mir ist das irgendwie zu 70er Jahre.
Ch: …wie von John Lennon. Die ersten beiden Songs mochte ich wesentlich lieber. Später gibts noch eine Orchester-Version von dem Stück.
Jn: Die klingt bestimmt besser. So ist es ein wenig langweilig.

4) Taloned Air

Jn: Zum Nebenbeihören ist es ganz nett, aber das ist ja nicht unbedingt ein Kompliment.
Ch: Hmmmmm.
Jn: Aber dafür, dass die Band noch so jung ist, ist es wirklich sehr ausgereift.
Ch: Das Cover ist auch recht schön. Könnte glatt von O´Death sein.

5) Heisenberg

Jn: Heisenberg?
Ch: Kennst du nicht die Heisenberg´sche Unschärferelation aus The Big Bang Theory?
Jn: Physik!
Ch: Wir tun gerade alles, um nichts zur Musik sagen zu müssen.
Jn: Erfolgreich – jetzt ist das Lied auch schon vorbei.

6) Don´t Mind Me

Ch: Das ist jetzt aber auch wieder sehr 70er Jahre. Nur mit mehr Gitarren als vorhin.
Jn: Sobald die Stimme im Vordergrund steht, mag ichs nicht mehr. Diese Slide-Gitarre – wie geil!
Ch: Ich werde mit der Platte einfach nicht warm. Ganz schlecht ist das alles nicht, aber wirklich gefallen tuts mir auf der anderen Seite auch nicht.

7) Catch-22

Jn: Vielversprechender Anfang…
Ch: …aber so wahnsinnig viel passiert da jetzt auch nicht. Jedenfalls nichts großartig anderes als bei den letzten Songs. Die Musiker sehen ganz anders aus, als ihre Songs klingen. Die sehen aus wie die Libertines oder so. Nur ohne Pete Doherty.

8) December

Ch: Jedes Stück ist anders, aber am Ende ähnelt sich dann doch alles sehr. Bisher gabs da weder einen Ausreißer nach oben noch einen echten Tiefpunkt.
Jn: Gleich schlafe ich ein…
Ch: …wobei mir das hier wieder etwas besser gefällt.
Jn: Gitarrensolo!
Ch: Beim Konzert gibts dafür sicher Szenenapplaus. Vor allem von den Leuten, die sich vorher die ganzen Instrumente und Effektgeräte ausgiebig angeschaut haben.

9) To The Sea

Ch: Was sagst du mittlerweile zur Stimme?
Jn: Bei den ruhigeren Sachen finde ich sie ganz okay. Und du?
Ch: “Okay” trifft es ganz gut.
Jn: Er darf halt nur nicht zu hoch singen. Macht er aber leider recht oft.
Ch: Der mehrstimmige Gesang eben! Ein echter Queen-Moment.

10) All Worked Out

Ch (abwesend): Ich schau mal, wies beim Fußball steht. Fürth hat 6:2 gewonnen – zwei Tore von Asamoah!
Jn: Seit wann bist du denn Fürth-Fan?
Ch: Gar nicht! Das ist nur ein ganz allgemeines Interesse am lokalen Sportgeschehen.
Jn: Wieder voll viel zum Lied gesagt…
Ch: Naja, die Bläser ziemlich am Ende fand ich nicht schlecht.

11) The Fat Lady Sings

Jn: Das ist der Rausschmeißer.
Ch: Der Titel legt nahe, dass es nicht so ruhig bleibt. Da kommt gleich noch eine Opernsängerin.
Jn: Zumindest irgendein großes Finale…
Ch: …mit ganz vielen Streichern.
Jn: Tatsächlich. Nur ohne Streicher.
Ch (begeistert): Da ist die Opernsängerin! Hätte ich mir allerdings wesentlich dramatischer vorgestellt.

12) Some Small Matter

Ch: Laut Info ist das nun der “Liveshow-Abschlusssong”.
Jn: Kommt am Ende des Konzerts nicht immer der Hit?
Ch: Eingängiger als viele der anderen Songs ist der schon. Aber nicht zwingend besser.

13) Sedalia (mit Orchester)

Ch: Mit Orchester hat das was von Coldplay. Ohne das jetzt negativ zu meinen.
Jn: Ich bin noch unschlüssig. (Pause) Nee. Gefällt mir nicht so.

FAZIT
Jn: Ich würde auf keinen Fall sagen, dass die Platte schlecht ist, aber meinen Geschmack trifft sie einfach überhaupt nicht.
Ch: Mir gehts da ganz ähnlich. Warum genau, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht schreckt mich dieses 70er Jahre mäßige, leicht Psychedelische ab. Schade drum, weil musikalisch ist die Band echt sehr gut. Streicher und Bläser sind auch mit dabei – normalerweise kriegt man mich damit immer. Für die Leute, die solche Musik mögen, ist das allerdings sicher ein tolles Album.
Jn: Ich kann mir gut vorstellen, dass die Band damit auch längerfristig Erfolg haben wird…
Ch: …nur uns hat sie halt auf dem falschen Fuß erwischt. So wie Gerald Asamoah den VfL Bochum.

Tour:
02.05.12 Bielefeld – Bunker Ulmenwall
03.05.12 Hamburg – Astra Stube
04.05.12 Offenbach – Hafen 2
05.05.12 Dresden – Beatpol
06.05.12 Berlin – Privatclub
09.05.12 Münster – Pension Schmidt
10.05.12 Hannover – Feinkostlampe
11.05.12 Aachen – Jakobshof
12.05.12 Düsseldorf – FFT

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2 Kommentare

  1. Hm, die Titel klingen mir aber nicht sonderlich einfallsreich… Mehr ein Potpourri aus bekannten Elementen, die für sich ganz interessant sind, aber eben in diesem Kontext kalter Kaffee.

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