(Konzert) Liz Green in Nürnberg

Foto: Emily Dennison

Irgendwie ist das Konzertjahr 2012, das mit dem großartigen Abend mit Einar Stray im Neuen Museum so vielversprechend begonnen hatte, mittlerweile arg ins Stocken geraten, was allerdings nicht unbedingt an der Qualität der auftretenden Künstler liegt, sondern oft vielmehr daran, dass vieles einfach komplett an meinem Geschmack vorbeigeht (eventuell ist das ja eine unerfreuliche Nebenerscheinung meines zunehmenden Altersstarrsinns).

Und damit sind wir schon bei Liz Green, denn auch mit der unzweifelhaft sehr talentierten Engländerin wurde ich zu keinem Zeitpunkt wirklich warm. Das begann bereits mit dem recht gewöhnungsbedürftigen Vorprogramm von Alabaster De Plume (der später bei Liz Green Tenorsaxophon spielte), dessen kurzes Set eine kauzige Mischung aus hervorragend vorgetragenen Gedichten, Nonsense-Liedchen über die Queen und altmodisch angehauchten Songs, wie man sie unter anderem auch von Thos Henley kennt, darstellte. Im richtigen Rahmen – zum Beispiel auf einem Poetenfest oder in einem staubigen alten Buchladen – wäre das sicher eine charmante Angelegenheit gewesen, aber so war ich einfach froh, als der Schlaks seinen letzten Vers beendet hatte.

Liz Green selbst, die sich sehr über den doch recht ordentlich gefüllten MUZclub freute („Last time, I played at Club Stereo. But now, there are actually people here.“), vermochte es im Anschluss auch nicht wirklich, meine Stimmung zu heben, was – ich erwähne es ausdrücklich noch einmal – ganz gewiss nicht an ihren Songs lag. Die waren nämlich allesamt fein ausgedacht und strotzten nur so vor skurrilen Einfällen und schwarzem Humor (über den die drei Musiker selbst am allermeisten lachten). Allein die Stücke über Joe, den Jungen mit dem Vogelkopf, und die passend dazu eingesetzte Vogelmaske, waren schon ganz wunderbar. Trotzdem: Mit den doch recht ausgeprägten Blues- und Jazz-Anleihen und den ständig präsenten Weill-Verweisen konnte ich einfach überhaupt nichts anfangen. Zum Glück schien es einem Großteil des Publikums anders zu gehen – den warmen Applaus hat sich die junge Frau aus Manchester nämlich redlich verdient.

Termine:
02.03.12 (AT) Linz – Posthof
06.03.12 Dresden – Societätstheater
07.03.12 Leipzig – Kafic
08.03.12 Hannover – Feinkostlampe
09.03.12 Hamburg – Uebel & Gefährlich
13.03.12 Berlin – West Germany
14.03.12 Schorndorf – Manufaktur
15.03.12 Mannheim – Mowhawk
16.03.12 Köln – King Georg
17.03.12 Saarbrücken – Sparte 4

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