(Album) Bowerbirds: The Clearing

Spätestens mit ihrem hervorragenden, leider sehr spärlich besuchten Konzert im K4 Festsaal im Oktober 2009 haben sich die Bowerbirds einen festen Platz im Herzen von you sound great erspielt und umso sehnlicher wurde hier die Veröffentlichung von „The Clearing“ (Dead Oceans, 9. März), dem dritten Album der Band aus North Carolina, herbeigesehnt. Dass es überhaupt zu dieser Platte gekommen ist, stand dabei eine ganze Weile in den Sternen: Beth Tacular und Phil Moore (übrigens der Lieblingssongwriter von Justin Vernon), die beiden Köpfe der bei Bedarf von zusätzlichen Musikern ergänzten Formation, hatten sich nämlich zwischenzeitlich getrennt, Beth litt außerdem an einer mysteriösen Krankheit, die ihr beinahe das Leben kostete. Mittlerweile ist allerdings alles wieder bestens in der Waldhütte der Bowerbirds, die in einer Kurzdoku ein paar interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte von „The Clearing“ geben:

Wir haben reingehört in die Platte und waren – wie nicht anders zu erwarten war – ziemlich angetan:

1) Tuck the Darkness In

Ch: Ich mag seine Stimme total gerne – schöner gehts kaum!
Jn: Klingt sehr entspannt und zurückgelehnt. Ich weiß nicht, ob ich Gänsehaut bekomme, weil mir kalt ist oder weils so schön ist.
Ch: Das Klavier im Hintergrund finde ich super.
Jn (nickt zustimmend): Wenn mich eben jemand gefragt hätte, was da noch fehlt, hätte ich gesagt: Eine Trompete. Und schon ist sie da.

2) In the Yard

Ch: Irgendwas klingt da doch schief! Das ist bestimmt Absicht.
Jn: Oder sie hat den Ton einfach nicht getroffen. Aber charmant ist das auf jeden Fall. Perfekt sind nur U2 und Coldplay, aber die braucht keiner. (Pause) Ich glaube, ich bekomme wirklich Gänsehaut. Das ist nicht die Kälte.

3) Walk the Furrows

Jn: Die Stimme ist echt sehr schön. Ich kann mir gut vorstellen, wie er Kindern etwas vorsingt.
Ch: Hippie-Kindern. Im Waldkindergarten…
Jn: …in Tennenlohe.

4) Stitch the Hem

Ch: Das ist auch wieder sehr fein. Etwas ruhiger und mit weniger Instrumenten als bisher.
Jn: Die haben genau die Instrumentierung, bei der ich sowas von dabei bin. Und dann noch Handclapping. Hach! (Pause) So viel ruhiger ist es aber auch nicht.

5) This Year

Jn: Das gefällt mir jetzt nicht ganz so gut. Vielleicht wirds ja noch.
Ch: Wir haben uns in dieser Rubrik auch schon Platten angehört, bei denen das das mit Abstand beste Lied gewesen wäre.

6) Brave World

Ch: Nach dem sehr guten Auftakt haben wir nun einen kleinen Durchhänger. Danach kommt dann sicher noch das große Finale…
Jn: …mit einer Opernsängerin wie bei O Emperor.
Ch: Lieber nicht. (Pause) Ach, das ist ja noch gar kein neuer Song, der geht noch weiter.
Jn: DJ-Pause! Nun gefällts mir aber besser.
Ch: Das waren echt zwei Stücke in einem. Auch mal interessant.

7) Hush

Ch: “Hush” – das deutet auf ein Schlaflied hin.
Jn: Oder auf No Doubt.
Ch: Seine Stimme mag ich lieber als ihre. Wobei die natürlich auch nicht schlecht ist.
Jn: Das Lied ist ganz anders als der Rest – mit Salsa-Rhythmen oder so?

8) Overcome with Light

Ch: Ich glaube, nun ist der kleine Durchhänger vorbei.
Jn: Ich weiß nicht.
Ch: Sehr minimalistisch ist das halt. Mir gefällts.

9) Sweet Moment

Jn: Nun ist das kleine Tief aber endgültig überwunden.
Ch: Wenn der Song schon “Sweet Moment” heißt – doch, das ist hervorragend.
Jn: Klingt, als hätten sie das zu Hause aufgenommen.
Ch: Die beiden wohnen ja auch in einer Holzhütte im Wald.

10) Death Wish

Ch: Kein sehr optimistischer Titel.
Jn: Hört sich aber trotzdem gut an. Ist das ein Cembalo im Hintergrund? Und das andere? Ein Cello?
Ch: Oder ein Fagott? Und eine Trompete ist da auch mit dabei. Und Geigen – alles, was das Herz begehrt.

11) Now We Hurry On

Ch: Das klingt jetzt so, wie der vorherige Song hieß. Die gingen ja auch nahtlos ineinander über. (gedankenverloren) Warst du eigentlich im Waldkindergarten in Tennenlohe?
Jn: Nee, im Kindergarten Blumenstraße. So viel besser ist das aber auch nicht.
Ch: Bei mir hieß der Kindergarten einfach nur Kindergarten. Glaube ich – ich kann mich da nicht mehr so dran erinnern.

FAZIT
Ch: Kleines Tief im Mittelteil, aber insgesamt ein sehr schönes Album. Hätte ich aber nicht anders erwartet.
Jn: Sehe ich auch so. Und im Vergleich zu ein paar Sachen, die wir zuletzt gehört haben, ein echter Lichtblick. Hoffentlich gibts da in Zukunft mehr davon.
Ch: Vielleicht kommen die Bowerbirds irgendwann mal wieder nach Nürnberg – dann aber hoffentlich nicht in den fast leeren Festsaal wie 2009. Das war schon etwas traurig damals. Trotzdem: Super Konzert!

Tour:
25.04.12 Hamburg – Uebel & Gefährlich
26.04.12 Berlin – Lido
27.04.12 München – Feierwerk
28.04.12 (CH) Zürich – El Lokal

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