(Album) Koria Kitten Riot: The Lows & The Highs

Nicht erst seit der immer gerne erzählten (und wahrscheinlich völlig unsinnigen) Geschichte mit dem Schmetterling, dessen Flügelschlag angeblich Tausende Kilometer entfernt ein Erdbeben auslösen kann, wissen wir alle, dass es auf die kleinen Dinge im Leben ankommt. So wäre „The Lows & The Highs“, das zweite Album des finnischen Songwriters Antti Reikko alias Koria Kitten Riot, in Deutschland wohl niemals erschienen, wenn er und die Macher von Kyr Records in einem Wohnzimmer in Helsinki nicht zufällig festgestellt hätten, dass sie die Liebe zur Musik aus dem Hause Saddle Creek teilen. Nach dieser Erkenntnis war alles Weitere nur noch reine Formsache und so erschien „The Lows & The Highs“ am 2. März bei der wunderbaren Münchner Plattenfirma. Dass der Entschluss, das von Doug van Sloun in Omaha (wo sonst?) abgemischte Album auch bei uns zu veröffentlichen, eine großartige Idee war, wurde uns beim Anhören schnell klar:

1) On The Backseat

Jn: Die Sirenen sind aber nicht auf der Straße, oder?
Ch: Nee, die gehören schon zum Lied. Zwanzig Sekunden vorbei und das Album gefällt mir jetzt schon.
Jn: Hat ein wenig was von Elliott Smith. Den “sudden moment of clarity”, der da besungen wird, hätte ich manchmal auch ganz gerne.

2) Playing Truant

Ch: Da ist eine Mandoline. Immer toll, dieses Instrument.
Jn: Ich finde die Stimme auch sehr angenehm. Der dürfte mir gerne Schlaflieder vorsingen – oder unserem Kind…
Ch: …und ich stehe dann etwas abseits und behaupte, ich hätte etwas ins Auge bekommen. Zugluft zum Beispiel.
Jn: Sehr schöne Musik für den Frühling. Und den Sommer.

3) The Lows & The Highs

Jn: Klingt überhaupt nicht finnisch.
Ch: Die Platte wurde ja auch in Omaha gemastert. Finnische Musik wäre dann wohl eher so Humppa.
Jn: Insgesamt ist das alles sehr entspannt. Hatte eben auch ein wenig was von den Siebzigern.

4) I´ve Seen It All

Ch: Das könnte glatt ein Song von Maritime sein. Maritime würde ich auch gerne live sehen. Bisher war ich nur mal bei Davey von Bohlen – vor Jahren war der zusammen mit Olli Schulz im E-Werk.
Jn: Ich überlege gerade, wie das typische Publikum für diese Musik aussehen könnte…
Ch: …sicher sehr nette Menschen. So wie wir.
Jn: Eigenlob stinkt!

5) Mother

Koria Kitten Riot: „Mother“

Jn: “A song about birth, reproduction and death” – das ganze Leben in einem Lied.
Ch: Wesentlich trauriger als die bisherigen Songs. Aber den Refrain finde ich sehr schön.
Jn: So einen Song höre ich zehn Mal hintereinander, wenn ich traurig bin. Und dann noch ein Klavier! Das macht mich fertig.

6) Don´t Know If I Can Come Back Home

Ch: Das hier erinnert mich an Christian Kjellvander – bei dem ist immer alles sehr langsam und sehr getragen.
Jn: Auch wieder schön! Nur so eine Country-Gitarre stört immer, finde ich.

7) An Anthem From The 80´s

Koria Kitten Riot: „An Anthem From The 80´s“

Ch: Das ist der Hit des Albums.
Jn: Silverchair hatten damals “An Anthem For The Year 2000”.
Ch: Was heute gnadenlos veraltet ist. Gilt aber insgesamt für Silverchair.
Jn: Das ist eben so ein Mitgrölsong. Schon nett, aber mir haben die anderen Lieder besser gefallen.
Ch: Ist halt sehr ohrwurmig.

8) Your Final Warning

Jn: Das könnte auch William Fitzsimmons singen…
Ch: …in einem seiner fröhlicheren Momente. Und dabei hat er dann sein sehr weit ausgeschnittenes V-Shirt an.
Jn: Neeeeeiiiiiiiin!
Ch: Gefällt mir wieder sehr gut. Manche Platten werden ja gegen Ende etwas blöd, aber hier ist das überhaupt nicht so.

9) Them

Ch: Der Titel und dann dieses Ufo-Geräusch am Anfang – vielleicht ein Song über Außerirdische?
Jn: Eigentlich gehts um Menschen, die mit ihrem Leben im Einklang sind. Also um mich…nicht.
Ch: Also doch irgendwie über Außerirdische.

10) If It Rains In Helsinki

Jn: “It Never Rains In Southern California” von Albert Hammond…
Ch: …dem Vater vom Strokes-Hammond. Das ist doch der mit den Locken.
Jn: Haben die nicht alle Locken?
Ch: Der hat aber noch mehr als die anderen.
Jn: Und was sagt uns das jetzt über das Lied hier?
Ch: Das sagt uns, dass es nahtlos an den Rest des Albums anschließt und sehr schön ist.
Jn: “Everything will be okay, we´re marching home” sind auch tolle letzte Worte.
Ch: Ich glaube, ich hab was ins Auge bekommen. Die Zugluft wieder…

FAZIT
Ch: Bei sehr guten Alben fällt es mir immer schwer, ein passendes Schlusswort zu finden. Eine runde Sache ist das eben. Sollte man sich kaufen, die Platte. Gibts bestimmt auch im Kioski.
Jn: Meinst du?
Ch: Wenn nicht im finnischen Plattenladen, wo dann? Und schon haben wir noch ein wenig unentgeltlich Werbung gemacht.

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