Film: Dark Shadows

Johnny Depp als dandyhafter Vampir, der nach 200 Jahren in der Gruft mitten in den Siebzigern wieder zum Leben erweckt wird – in einem Film von Tim Burton, der auf der trashigen, hierzulande kaum bekannten US-Seifenoper „Dark Shadows“ (die es zwischen 1966 und 1971 auf ganze 1225 Folgen brachte) basiert. Allein diese Fakten genügten schon, um Jn und mich wie ferngesteuert ins nächste Lichtspielhaus zu treiben.

Manchmal allerdings sind ein paar große Namen und ein sehr vielversprechender Trailer nicht unbedingt ein Garant für einen großartigen Film – leider ist bei „Dark Shadows“ genau das der Fall. Johnny Depp als unbeholfen durch das Jahr 1972 tapsender Barnabas Collins, der das „M“ einer großen Fastfoodkette für ein Zeichen des Mephistopheles und Alice Cooper für „das hässlichste Frauenzimmer, das ich je sah“ hält, ist zwar grandios, aber auch ihm gelingt es nicht, die recht dürftige Story (Barnabas bricht einer Frau das Herz, diese entpuppt sich als Hexe, verwandelt ihn in einen Vampir und sperrt ihn für knapp 200 Jahre in einen Sarg. Bauarbeiter graben den Vampir zufällig aus, dieser kehrt zurück in das mittlerweile heruntergekommene, von ein paar neurotischen Nachfahren bewohnte Familienanwesen und trifft wiederum auf die unsterbliche Hexe, die ihm immer noch recht böse ist. Großer Showdown mit ordentlich Krachbumm – Ende.), über knapp zwei Stunden zu tragen.

Letzten Endes krankt der Streifen aber vor allem daran, dass er sich nie entscheiden kann, ob er lieber eine kauzige Hommage an die unterirdisch dämliche Original-Serie sein oder eher mit modernem Fantasy-Kino á la „Harry Potter“ oder „Twilight“ mithalten möchte. So ist „Dark Shadows“ weder Fisch noch Fleisch, sondern nur ein eher durchschnittlicher Film mit einigen sehr lustigen Momenten. Bleibt zu hoffen, dass Tim Burtons nächster Animationsfilm „Frankenweenie“ (kommt im kommenden Jahr in die Kinos) die hohen Erwartungen wieder vollends erfüllt.

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