Vier Ohren: I Am Oak

Spätestens seit dem ersten Kontakt mit The Black Atlantic haben wir bei you sound great ein großes Herz für niederländische Bands. Quasi ein Nachbar von Geert, Kim und Co. ist der ebenfalls aus Utrecht stammende Thijs Kuijken, Mastermind von I Am Oak. Wurden die bisher erschienenen beiden Alben „On Claws“ (2010) und „Oasem“ (2011) noch nahezu im Alleingang eingespielt, experimentiert die neue LP „Nowhere Or Tammensaari“ (Snowstar Records, 1. Juni) nun auch etwas stärker mit einem – natürlich immer noch reduzierten – Bandsound. Wie das im Ergebnis klingt, haben wir einmal überprüft.

1) Famine
Ch: Sehr schön! Vor allem das Mehrstimmige.
Jn: Mir gefällt das auch. Sehr entspannt auf jeden Fall.
Ch: Perfekt zum Sitzen am Lagerfeuer…
Jn: …was wir ja sehr oft machen. [verdreht die Augen]

2) Grown
Ch: Laut Kim Janssen ist I Am Oak die zweitberühmteste Band Utrechts.
Jn: Nach wem?
Ch: Hat er nicht gesagt. Aber ich habe da eine Ahnung…

3) Boulders
Jn: Ich mag, dass das so dezent instrumentiert ist. Manchmal darfs für mich zwar auch – wie bei Sigur Rós – gerne mal etwas mehr sein, aber auf Dauer mag ich sowas lieber.

4) Palpable

Jn: Das Mehrstimmige ist wirklich sehr fein.
Ch: Für mich ist das bisher ein richtiges Sommeralbum. Sommer in der Provence vielleicht.
Jn: Oder zwischen Nürnberg und Ansbach. Das ist eine sehr unterschätzte Gegend.

5) Roam
Ch: Von den zwölf Songtiteln bestehen neun aus einem einzigen Wort. Ob da ein Konzept dahintersteckt?

6) Droom
Ch: Zum ersten Mal ein Lied mit Klavier.
Jn: Nee, vorhin war auch schon mal eines zu hören. Aber nicht so dominant wie eben.
Ch: Mir fällt eben auf, dass alle Songs ziemlich kurz sind. Ebenso wie die Titel. Doch ein Konzept!

7) Marrow
Ch: Vieles hört sich da schon recht ähnlich an. Wobei ich das in diesem Fall gar nicht schlimm finde – ist eben alles ähnlich schön.
Jn: Später höre ich mir die Platte nochmal über Kopfhörer an. Dafür eignet sich die nämlich bestens.

8) Cluster

Ch: Das ist perfekt als Zugabe auf den Konzerten. In einer A-Cappella-Version.

9) I Am Forest
Jn: Ein sehr, sehr kurzes Lied. Aber trotzdem kommt da die wirklich sehr tolle Stimme sehr gut zur Geltung.
Ch: I Am Oak singt “I Am Forest”.

10) Reins
Jn: Das ist jetzt mal etwas anders, weil ein wenig lauter. Klingt aber auch sehr gut – schade, dass das bisher nur ganz selten in diese Richtung ging.
Ch: Mir gefällt das auch ganz besonders. Etwas forscher, aber trotzdem lässig.

11) Vares Varas
Ch: Huch, weiblicher Gesang! Und was ist denn das für eine Sprache?
Jn: Das, was er singt ist Englisch, aber sie?
Ch: “Vares Varas” könnte glatt Latein sein.
Jn: Großes oder kleines Latinum?
Ch: Kleines.
Jn: Siehste, ich hab das große.
Ch: Aber du weißt es trotzdem nicht. Vielleicht ist es auch Finnisch – immerhin wurde das Album dort aufgenommen.

12) Everything In Waves
Ch: Das Album ist übrigens im Winter entstanden und so sieht auch das Cover aus. So viel also zu meiner Einschätzung “Sommerplatte”.
Jn: Immerhin erscheint es im Sommer. Das wurde im Winter aufgenommen, damit es im Sommer fertig ist. Winterjacken werden ja auch antizyklisch produziert.

Fazit
Ch: Mir gefällt das Album deutlich besser als der Vorgänger. Der war mir nämlich fast ein wenig zu ruhig – aber dank Band klingt das alles jetzt wesentlich abwechslungsreicher.
Jn: Wobei es natürlich immer noch sehr ruhig ist. Sehr schöne Musik allerdings zum Runterkommen.

Live
10.08.12 Hamburg – Dockville Festival

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