Vier Ohren: Boho Dancer

Juhu, endlich müssen wir nicht mehr darüber nachdenken, wie wir ein Gespräch oder einen Blog-Eintrag am geschicktesten beginnen, sondern können einfach auf das zur Zeit gar nicht so sommerliche Wetter verweisen und schon haben wir die Aufmerksamkeit der geneigten Zuhörer- bzw. Leserschaft sicher. Schlimmstenfalls entwickeln sich dann allerdings endlose Lamenti darüber, wie viel sommerlicher die Sommer früher doch waren; da solche Gespräche jedoch fast so alt wie die Menschheit selbst sind, lässt sich zumindest ansatzweise erahnen, dass es damals sooo toll nun auch wieder nicht gewesen sein kann. Der langen Vorrede kurzer Sinn: Auch bei you sound great macht sich zur Zeit eine gewisse Herbststimmung breit. Erst recht, wenn wir Platten wie „Furry Skin“, die hochgelobte Debüt-EP von Boho Dancer, die am 10. August via Slow Shark Records auch bei uns erscheint, zu hören bekommen. Herbstlich klingen die fünf Songs vor allem deshalb, weil das Trio aus Kopenhagen weniger auf gute Laune als vielmehr auf eine zwar minimalistische, aber dennoch anspruchsvolle Instrumentierung setzt, die in Kombination mit der prägnanten Stimme von Sängerin Ida Wenøe einen ganz eigenen Zauber entfaltet. Manche nennen das „experimentell“, andere „Freak Folk“. Unten lest Ihr, was uns zu der EP eingefallen ist, noch weiter unten könnt Ihr die Scheibe in voller Länge als Stream anhören.

Foto: Claus Bellers

Ch: Das Artwork finde ich schon einmal sehr schön – fast so toll wie bei der Escapado-CD, die ich eben aus der Stereoanlage genommen habe.
Jn: Die habe ich vorhin nur eingelegt, um gegen den Techno-Kram des Nachbarn anzubrüllen. War leider erfolglos.

1. Furry Skin
Ch: Mir gefällt das. Klingt irgendwie altertümlich und modern zugleich…
Jn: Ich hab gerade Gänsehaut – und wenn die eine Gänsehaut vorbei ist, kommt die nächste.

2. Me & Your God
Ch: Der Tourhistorie auf der Homepage zufolge hat die Band noch nie außerhalb Dänemarks und der Niederlande gespielt. Höchste Zeit also für ein paar Konzerte in Deutschland.
Jn: Die wären ideal für kleine Veranstaltungsorte mit roten Samtvorhängen…
Ch: …und einem aufmerksamen Publikum.

3. Pistols
Ch: Komisch, dass das oft in die “Freak Folk”-Schublade einsortiert wird. So experimentell und verschwurbelt klingt das nämlich nun auch wieder nicht.
Jn: Wobei es natürlich schon etwas anders ist als Standard-Folk und sich sicher nicht dafür eignet, um über Wiesen zu springen und sich des Lebens zu freuen.
Ch: Ausgerechnet dann, wenn ich feststelle, dass die Musik gar nicht mal so experimentell ist, wird es doch recht experimentell. Typisch!

4. Only A Tale
Ch: Ich muss sagen, dass ich wirklich sehr positiv überrascht bin. Bisher kannte ich nämlich nur ein Video von Boho Dancer und das fand ich zwar recht gut, aber nicht wirklich herausragend. Vielleicht muss man das auch mehrmals hören, weil ja doch schon etwas mehr in den Songs steckt.
Jn: Mir hat der Bandname ein wenig Angst gemacht vorher. Ich dachte, das ist so Hipster-Kram.

5. Good Vibrations
Jn: Jetzt habe ich schon wieder Gänsehaut. Obwohl da relativ wenige Instrumente verwendet werden, geht es sehr unter die Haut, wofür sicher vor allem die Stimme verantwortlich ist.

Fazit
Ch: Schon vorbei – schade.
Jn: Ich mag gerne mehr von denen hören.
Ch: Ich auch. Das ist wirklich eine sehr gute EP – spätestens im Herbst entfaltet sich dann das gesamte Potenzial. Deswegen sollte man sich “Furry Skin” schon jetzt kaufen, um dann bestens vorbereitet zu sein.

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