Vier Ohren: The Punch Brothers

Warum nicht einmal ein wenig Bluegrass? Immerhin ist diese uramerikanische Stilrichtung nicht allzu weit entfernt von dem ganzen Folk-Kram, den wir sonst immer hören und meistens ziemlich gut finden. Außerdem haben The Punch Brothers, die grammynominierten Erneuerer des Bluegrass-Genres, mit „Who´s Feeling Young Now?“ (Nonesuch) gerade erst ein neues Album veröffentlicht, das unter anderem ein Cover des Radiohead-Klassikers „Kid A“ enthält.

Wir haben mal reingehört:

1) Movement and Location
Jn: Die haben ja gar keinen Schlagzeuger.
Ch: Da kommt der Punch dann eben anderswo her.
Jn: Klingt aber gar nicht schlecht – die Stimme ist schön.
Ch: Beim Begriff “Progressive Bluegrass” hatte ich allerdings schon größte Sorgen.
Jn: Ich stelle mir vor, dass dieser gehypte Gotye so ähnlich klingt. Weiß aber nicht, ob das stimmt.

2) This Girl
Ch: Das ist so ein Song, bei dem ich im Radio nicht wegschalten würde. Sehr poporientiert ist der und mit einem Mitsing-Refrain.
Jn: Bluegrass-Pop!

3) No Concern of Yours
Jn: Von Song zu Song geht es immer mehr in die Bluegrass-Richtung.
Ch: Du kannst auch gerne weitermachen, wenns Dir zu viel wird.

4) Who´s Feeling Young Now?
Ch: Das klingt wie eine akustische Version von “Cry Me A River”.
Jn: Ich fühle mich gerade sehr alt.
Ch: Weil Du noch weißt, wer Justin Timberlake ist?
Jn: So langsam fehlt mir aber wirklich etwas das Schlagzeug.

5) Clara
Ch: Seltsam. Nach einem doch recht kräftigen Beginn kommt da so seichter Gesang. Das passt irgendwie nicht so recht. Klingt beinahe wie zwei Lieder in einem.

6) Flippen (The Flip)
Ch: Das ist ein Cover – im Original ist der Song von der schwedischen Band Väsen, die mir komplett unbekannt ist. Hört sich sehr irisch an, finde ich.
Jn: Gleich tanzen noch Kobolde durchs Zimmer.

7) Patchwork Girlfriend
Ch: An Abwechslungsreichtum fehlt es der Platte jedenfalls nicht.
Jn: Wobei es das für mich jetzt nicht unbedingt besser macht…
Ch: Fast wie Musik aus den 30er Jahren ist das hier. Nicht so mein Ding.

8) Hundred Dollars
Jn: Schon wieder eine ganz andere Richtung.
Ch: Ganz am Anfang dachte ich, da singt Anthony Kiedis.
Jn: Seltsamerweise ist die Stimme nun auch wieder kraftvoller.

9) Soon or Never
Jn: Kannst Du nicht einfach schnell was dazu sagen, damit wir weitermachen können?
Ch: Na gut. Für mich ist das eine Countryballade aus dem Soundtrack eines recht schmalzigen Films, der irgendwo in einer US-Kleinstadt spielt.

10) New York City
Ch: Das kann ich mir super auf dem Bardentreffen vorstellen. Abends auf dem Hauptmarkt und die Leute gehen voll ab. Vor allem nach dem Mandolinensolo – da würden die  Begeisterungsstürme losbrechen.
Jn: Ich mag die Stimme immer noch sehr gerne. Die erinnert mich sehr an den Sänger von Soulwax. Aber mit der Musik kann ich einfach nichts anfangen.

11) Kid A
Ch: Das lang ersehnte Radiohead-Cover!
Jn: Das klingt haargenau wie das Original – nur eben nicht elektronisch, sondern mit “echten” Instrumenten.

12) Don´t Get Married Without Me
Jn: Der Titel ist gut – weil da sehr viel Wahres drinsteckt.
Ch grinst: Das ist noch einmal ein radiotauglicher Song zum Abschluss. Bezeichnend, dass mir die am besten gefallen. Den hier könnte ich mir auch gut in einer Fernsehserie vorstellen. Vor meinem inneren Auge sehe ich gerade Ted Mosby dazu durch New York tänzeln.

Fazit
Ch: Musikalisch ist das schon sehr gut, vor allem mit der nicht alltäglichen Instrumentierung, aber meinen Geschmack treffen die Punch Brothers nicht unbedingt. Aber es muss einem ja auch nicht alles gefallen…
Jn: Eben!

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