Live: Folk im Park

Der bei der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr noch recht wankelmütige Wettergott hatte diesmal etwas mehr Einsehen und bescherte der zweiten, mit mehr als 1000 Zuschauern im lauschigen Marienbergpark noch erfolgreicheren Auflage von Folk im Park trotz einer vorhergesagten Niederschlagswahrscheinlichkeit von 85% Trockenheit, Wärme und (manchmal) strahlenden Sonnenschein. Einen kleinen Nachteil hatten die fast perfekten äußeren Bedingungen allerdings, denn Urlaubern, die in spanischen Ferienhochburgen schon um sechs Uhr morgens die Strandliege ihrer Wahl mit ihrem Handtuch „reservieren“, nicht ganz unähnlich, wurde die Wiese rund um die Bühne mit quadratmetergroßen Picknickdecken zugepflastert, dank derer man sich – zumindest bis zum Auftritt der grandiosen Other Lives – als tatsächlich nur an der Musik und weniger am Drumherum interessierter Musikfreund schnell ein wenig an den Rand gedrängt fühlte…

Die Bands in der (sehr kurz gehaltenen) Einzelkritik:

The Moonband: Das Quintett aus München, dank diverser Auftritte in den vergangenen Jahren längst kein unbeschriebenes Blatt in der Region mehr, eröffnete das Festival mit seinem hübschen, gewohnt souverän vorgetragenen Americana-Folk ziemlich vielversprechend.

Dan San: Ein wenig mehr Wucht und Lautstärke hätte den sechs Belgiern gut zu Gesicht gestanden. So blieb der Auftritt der Band allerdings kaum in Erinnerung – kaum zündende Ideen, zu wenige wirklich starke Songs.

Ewert and the Two Dragons: Den Major-Plattenvertrag haben sich die Esten redlich verdient, denn die ebenso konsensfähige wie abwechslungsreiche Mixtur aus Gute-Laune-Indiepop, Songs mit etwas mehr Tiefgang und groß angelegter Opulenz (die manchmal allerdings Erinnerungen an zwielichtige Gesellen wie Keane weckte) machte über weite Strecken großen Spaß.

Other Lives: Das Quintett aus Oklahoma zeigte mehr als eindrucksvoll, warum es im vergangenen Jahr mit Lobeshymnen geradezu überschüttet wurde. Klug arrangierte, oft ellenlange Songs nahe der Perfektion, ein ganzes Arsenal an Instrumenten (weshalb der Soundcheck auch annähernd so lange dauerte wie das Konzert selbst) und genügend Eigenständigkeit, um nachdrücklich aus der Masse hervorzustechen. Das unbestrittene Highlight des Tages und Klassen besser als die anderen Bands.

Denis Jones: Eigentlich schon viel früher eingeplant, musste der Loop-Bastler aus Manchester noch bis in die Abendstunden auf sein von der Fluggesellschaft verbummeltes Equipment warten und durfte erst ganz zum Schluss auf die Bühne – und das auch nur für drei Songs, ehe der das Festival beschließende Film dran war.

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