Kritik: Dad Rocks!

Dad Rocks! – „Mount Modern“ (Father Figure Records, 07.09.12)

Bei den allermeisten Zeitgenossen beschränken sich die kreativen Begleiterscheinungen der Vaterfreuden darauf, ihren Mitmenschen ständig ungefragt Bilder der lieben Kleinen unter die Nase zu halten. Snaevar Njáll Albertsson, einigen womöglich bekannt als Sänger der Band Mimas, ist da schon aus anderem Holz geschnitzt – immerhin inspiriert ihn seine kleine Tochter zu allerlei Songs, die er unter dem Namen Dad Rocks! in die Welt entlässt. „Mount Modern“, das ebenso wie die kommenden Konzerte nur wärmstens zu empfehlende zweite Solo-Album des in Dänemark lebenden Isländers, ist anderswo bereits seit gut einem Jahr zu haben und nun kommen endlich auch wir in den Genuss der Platte, die uns beim Hören verdächtig an die guten alten Crash Test Dummies erinnerte:

1) Mount Modern
Ch: Mit Bläsern! Die Platte hat also schon gewonnen.
Jn: Und Streicher auch noch – 2:0!

2) Weapons
Ch: Mir gefällt das sehr gut. Irgendwie hat das so ein typisch isländisches Flair, das keine Band aus einem anderen Land ähnlich hinbekommen würde.
Jn: Ich mag allerdings den zweistimmigen Gesang nicht ganz so gerne – vor allem das Tiefe nicht.

3) Funemployment
Jn: Die Musik finde ich super, aber ich hab echt ein Problem mit der Stimme.
Ch: Ich weiß jetzt auch, woran mich die erinnert. (summt “Mmm Mmm Mmm Mmm”)
Jn: Jaaaa!

4) Downaging
Jn: Das ist nun ganz offensichtlich ein autobiographisches Lied…
Ch: …in dem es unter anderem um ein Fast Food-Produkt geht, das zu unserer Zeit noch “Juniortüte” hieß. (Pause) Ist das immer noch der gleiche Song? Jetzt wirds ja richtig forsch.
Jn: Gefällt mir aber gut.

5) Major Labels
Jn: Und jetzt folgt eine sehr traurige Abrechnung mit den ganzen Major Labels.
Ch: Die noch dazu sehr kurz ausgefallen ist.

6) Battle Hymn of the Fox Father


Jn: Bei dem Titel erwarte ich eigentlich etwas Martialisches. Klingt aber ganz anders. Die Crash Test Dummies bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf.
Ch: Wobei sich gerade dieser Song 1:1 so anhört.
Jn: Ich mochte die Crash Test Dummies damals allerdings sehr gerne.
Ch: Ich auch. Vielleicht sollte ich mir das Hit-Album wieder mal anhören – und die sieben weiteren Platten, die ich seitdem verpasst habe.

7) Lifestock
Jn: Schön! Langsam gewöhne ich mich sogar an die Stimme. Die von Matt Berninger habe ich früher auch gehasst und du weißt ja, wie sehr ich The National mittlerweile liebe.
Ch: Irgendwie macht mir die ganze Platte bisher große Lust, mir US-Komödien aus den 90ern anzuschauen. Ich war früher ja ein riesiger Fan von Filmen wie “Dumm und Dümmer”. Super Soundtrack auch!
Jn: Jetzt haben wir allerdings ein Problem!
Ch: Das war ja früher. Heute bin ich gaaaanz anders.

8) Farmscrapers
Jn: Das Schlagzeug ist super.
Ch: Überhaupt toll, wie sich das so langsam aufbaut.
Jn: Post Rock-Anleihen!

9) Take Care
Jn: Mittlerweile gefällt mir das Album richtig gut.
Ch nickt zustimmend

10) Pro-Disney
Ch: Interessanter Songtitel. Mochtest du die Disney-Filme früher oder eher nicht?
Jn: Ich hab die alle nicht gesehen. Die kamen nur im Kino in der “großen” Stadt und da war ich höchstens mal an einem Kindergeburtstag.
Ch: Ich kann mich erinnern, dass ich “Die Schöne und das Biest” im Kino und “Dumbo” im Fernsehen gesehen habe. Aber daran, wie mir die gefallen haben, habe ich keine Erinnerung mehr. Die anderen Filme habe ich aber alle nie gesehen – bis heute nicht.

11) Pants
Ch: Wenn wir selbst mal Kinder haben, hören wir die Platte sicher die ganze Zeit. Die hat so was Beruhigendes.
Jn: Das stimmt – wobei die Kinder das ja auch hören können, bevor sie auf der Welt sind.

Fazit
Ch: Schönes Album. Ich glaube, das kann ich mir in zehn Jahren auch noch anhören, ohne dass es seltsam oder altmodisch klingt.
Jn: Vor allem passt die Musik gut zu allen Jahreszeiten. Dass man etwas wirklich immer hören kann, ist ja schon ein echtes Qualitätsmerkmal.

Tourdaten:
30.08.12 Hamburg – Astra Stube
31.08.12 Berlin – St. Oberholz (Torstraßen Festival – Warm up)
01.09.12 Dresden – Sound of Bronkow Festival
04.09.12 Göttingen – Pools
05.09.12 Berlin – Berlin Music Week
06.09.12 Hannover – Feinkost Lampe
07.09.12 Menden – Cassa-Phil
08.09.12 Solingen – Cobra
09.09.12 Bonn – Das NYX
11.09.12 Mainz – Schon Schön
12.09.12 (CH) Zürich – Rossa
17.09.12 München – Café Muffathalle
18.09.12 Offenbach – Hafen 2
19.09.12 Münster – Teilchen & Beschleuniger
20.09.12 Hamburg – Hasenschaukel (Reeperbahnfestival)
21.09.12 Berlin – St. Gaudy

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