Kritik: Two Door Cinema Club

Two Door Cinema Club – „Beacon“ (Kitsuné, 31.08.12)

Normalerweise beschäftigen wir uns hier ja meistens mit Bands, die auf kleinen Bühnen und in schummrigen Clubs zu Hause sind. Heute wagen wir allerdings einmal einen Ausflug in die Welt der großen Festivalbühnen, riesenhaften Hallen und Stadien: Die Nordiren Two Door Cinema Club, die von ihrem Debütalbum „Tourist History“ mittlerweile über eine Million Exemplare (für heutige Verhältnisse eine schier unglaubliche Menge) verkauft haben, melden sich nämlich mit ihrem zweiten Langspieler „Beacon“ zurück, auf dem sie gekonnt und komplett überraschungsfrei massenkompatiblen Indie-Rock mit leicht elektronischem Einschlag zelebrieren.

1) Next Year
Ch: Meinetwegen könnte der Refrain noch ein wenig mehr knallen, aber so ist das eigentlich nicht schlecht.
Jn: Passt schon.
Ch: Das Ende klingt ja fast ein wenig nach Queen.

2) Handshake
Jn: Viel anders als das erste Lied hört sich das nun auch nicht an. Nur etwas depressiver.
Ch: Außerdem kommt es fast ohne Gitarren aus – das erinnert mich verdächtig an Keane.
Jn: Da sind schon Gitarren, aber die sind total überflüssig.

3) Wake Up
Ch: Im direkten Vergleich mit “Wake Up” von Arcade Fire schmiert das hier ziemlich ab.
Jn (entsetzt): Du kannst doch die beiden Bands nicht miteinander vergleichen! Mich erinnert das eher an die schmissigen Momente von Foals – oder gleich an die Killers.
Ch: Ich habe bisher große Probleme, die einzelnen Songs auseinander zu halten.

4) Sun
Ch: Wenn die Gitarren nicht wären, wäre das ein 1a-Keane-Song!
Jn: Mir fröstelt…

5) Someday
Jn: Schon wieder wie Foals.
Ch: Mich packt das bisher alles überhaupt nicht.

6) Sleep Alone
Ch: Der Titel deutet auf eine Pianoballade hin.
Jn: Aber sowas von! Nicht.
Ch: Das ist der Hit der Platte – zumindest hab ich den vorher schon mal gehört.
Jn: Totaler 80er-Jahre-Pop irgendwie.

7) The World Is Watching
Jn: Wenn man aber mal bedenkt, wie jung die Band noch ist, klingt das schon alles sehr ausgereift. Wobei mir dieser Song jetzt überhaupt nicht gefällt.
Ch: Vor allem ist er recht langweilig. Immer, wenn das Tempo ein wenig angezogen wird, ist das Album ganz okay, aber die ruhigeren Passagen sind nicht so toll.

8) Settle
Ch: Radiotauglich ist sie ja, die Platte.
Jn: Wenn meine Mutter sowas im Radio hört, würde sie denken, dass das etwas für mich ist. Ist es aber nicht.
Ch: Allerdings gefallen mir hier die Bläser ganz gut. Beziehungsweise das Keyboard, das wie Bläser klingen soll.

9) Spring
Ch: Sowas meinte ich vorhin, als ich sage, die ruhigeren Momente wären nicht so toll. Aber bestimmt kommt da gleich auch noch ein mitreißender Refrain.
Jn: Sehr vorhersehbar. Das ist schon fast Stadionrock – damit werden die sicher großen Erfolg haben.
Ch: Stadion-Softrock.

10) Pyramid
Jn: Das hier gefällt mir ziemlich gut. Da steht mal nicht so Elektrokram im Vordergrund, sondern Gitarren. Wenn alle Songs so wären, wäre das ein tolles Album.
Ch: Mich erinnert das ein wenig an Maximo Park – also eine klare Steigerung gegenüber den Stücken, die mich an Keane erinnert haben.

11) Beacon
Ch: Zum Ende noch einmal etwas Experimentelles. Mag ich gar nicht.

Fazit
Ch: Ein paar sehr gute Songs, dazu viel Mittelmaß und eine ziemlich glattgebügelte Produktion. Auch in Zeiten, in denen eigentlich kaum jemand mehr Alben kauft, lassen sich davon sicher trotzdem jede Menge Exemplare an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen. Und die Konzerte sind eh alle ausverkauft.
Jn: Ich finde, das eignet sich auch bestens als Untermalung für die Werbeunterbrechungen bei Viva…
Ch: …was ja nicht unbedingt ein Lob ist.

Tourdaten:
19.11.12 Köln – E-Werk
20.11.12 München – Tonhalle
21.11.12 Offenbach – Capitol
23.11.12 Berlin – Astra
24.11.12 Hamburg – Große Freiheit

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