Live: Garda

Garda, Lestat Vermon – Nürnberg, K4 Zentralcafé (13.09.12)

Endlich ist sie vorbei, die (zumindest für Allergiker und Camping-Hasser) viel zu lange Festival-Saison und was gibt es Schöneres, als den Konzertherbst gleich mit einem Höhepunkt einzuleiten? Immerhin hatten Garda im Frühjahr mit ihrem zweiten Album „A Heart Of A Pro“ ein echtes Meisterstück abgeliefert und der Auftritt im ordentlich (wobei da schon noch viel Luft nach oben war) besuchten K4 wurde von uns seit Wochen herbeigesehnt. Vor Garda durfte allerdings erst einmal der ebenfalls in Dresden beheimatete Philipp Makolies alias Lestat Vermon auf die Bühne und einige Songs seines am 28. September bei K&F Records erscheinenden Debütalbums „Clouds“ zum Besten geben. Ein Newcomer ist Philipp Makolies jedoch keineswegs, denn immerhin feierte er als Gitarrist der Chartsstürmer Polarkreis 18 bereits riesige Erfolge. Mit Lestat Vermon schaltet er dagegen gleich einige Gänge runter und verlegt sich auf eher minimalistische Arrangements, die in ihren besten Momenten irgendwo zwischen I Am Oak und den Kings of Convenience liegen. Live und ganz allein, nur begleitet von einer akustischen Gitarre, wirkte das zuweilen ein wenig arg spartanisch, weil eben die hübschen Details, die das Album so hörenswert machen – zum Beispiel der wunderbare Pianolauf von „Clouds“ – fehlten. Trotzdem ein gelungener Auftakt von einem Musiker, den man unbedingt im Auge behalten sollte.

Setliste Lestat Vermon:
Walk Alone
Clouds
The River
The Night
Homesick
When The Valley Calls
Dive In The Flood

Garda dagegen, die sich nach der Feier anlässlich ihres 100. Konzerts am Tag davor für ihren 101. Auftritt laut Schlagzeuger Ronny Wunderwald mit etlichen Tankstellenbockwürsten wieder einigermaßen in Form gebracht hatten, entschieden sich für einen etwas anderen Weg als Lestat Vermon und legten im Vergleich zu ihren beiden Alben noch einmal eine ganze Schippe an Dynamik und Wucht drauf. Obwohl die Band abgesehen von Sänger Kai Lehmann im Sitzen musizierte, wurde es an einigen Stellen also ordentlich laut, was Mobiliar und Leib und Leben arg strapazierte. Den optisch ein wenig an den in Österreich weltberühmten Dirk Stermann erinnernden Gitarristen Lars Hiller hielt es teils kaum noch auf dem nicht gerade für seine Stabilität berühmten IKEA-Stuhl und Kai Lehmanns Gitarre kam dem Schlagzeug und dem Kopf des neben ihm sitzenden Bassisten Karsten Pretschner gelegentlich gefährlich nahe. Am Ende des von „Black“ beschlossenen regulären Sets hatte sich Kai Lehmann so in Rage gespielt, dass er schier von der Bühne stürzte und vor der Zugabe, die ausschließlich mit Songs des unterschätzten Debütalbums „Die, Technique, Die!“ unter der Mithilfe eines zum Instrument umfunktionierten Müllbeutels bestritten wurde, kurz unauffindbar war (Ronny Wunderwald: „Wir haben unseren Sänger in Faktor X verloren.“). Große Leidenschaft, hervorragendes Konzert!

Setliste Garda:
Upper/Lower Water Course
Oh Euphoria, My Dear
A Guilty Conscience Needs No Accuser
Gallows
A Heart Of A Pro
Vessels
People
This City Is Ours
States
Hiroa Onoda
00:00
Black

Chest
My Heart Is Empty

Maps & Maths

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