Kritik: Benjamin Gibbard

Benjamin Gibbard – Former Lives (City Slang, 19.10.2012)

Frontmänner heißgeliebter Bands auf Solopfaden, Teil 2: Nachdem wir uns letzte Woche „Dept. of Disappearance“, das neue Album von Grandaddy-Sänger Jason Lytle, vorgenommen haben, widmen wir uns nun „Former Lives“, dem Solo-Debüt von Benjamin Gibbard, Mastermind von The Postal Service und Death Cab For Cutie. Dass die meisten Stücke auf der Platte schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben und erst jetzt entstaubt und aufgenommen wurden, merkt man zum Glück zu keinem Moment. Im Gegenteil: Wir waren ziemlich begeistert vom Album und fühlten uns beim Hören natürlich an Death Cab For Cutie, aber auch an zahllose andere feine Bands erinnert.

1) Shepherd´s Bush Lullaby
Jn: Schön, ein Album mit einem Schlaflied zu beginnen.
Ch: Normalerweise hören Platten damit auf.

2) Dream Song
Jn: Nach dem Auftakt ist es allerdings konsequent, dass es nun mit dem “Dream Song” weitergeht.
Ch: Gefällt mir recht gut, wobei es jetzt nicht ganz spektakulär ist…
Jn: …wobei ich das auch mal angenehm finde, wenn jemand nicht meint, immer etwas ganz besonderes machen zu müssen.

3) Teardrop Windows


Ch: Woran erinnert mich denn der Anfang? Ich komme nicht drauf…
Jn: Man kann da aber wirklich sofort mitsummen. Hat ein wenig was von den Weakerthans – John K. Samson könnte das auch singen.

4) Bigger Than Love
Jn: Der Song würde mir wohl besser gefallen, wenn er etwas lauter wäre. Also mit ein wenig mehr Wumms. Trotzdem gut.
Ch: Kennst du noch die Pretenders? Daran erinnert mich das ein wenig.

5) Lily
Ch: Das ist aber schön…
Jn: …und unaufgeregt. Wie der Rest der Platte.
Ch: Könnte ich mir gut in einem Film vorstellen, in dem Josh Radnor eine tragende Rolle spielt.
Jn: Kommt der Song dann in einer eher traurigen Szene vor?
Ch: Vielleicht. Auf jeden Fall ist Josh Radnor in seiner Rolle ein Literatur-Dozent an einem College, das ausschließlich aus Backsteinhäusern mit Efeubewuchs besteht.

6) Something´s Rattling (Cowpoke)


Ch: Was ist denn das da für ein Instrument? Eine Geige! So eine Mariachi-Geige, oder?
Jn: Gibts sowas?!
Ch: Bestimmt.
Jn: Das Lied hat ein wenig was von Beirut.

7) Duncan, Where Have You Gone?
Jn: Und nun ist ein Beatles-Vergleich angebracht.
Ch: Auf jeden Fall sehr abwechslungsreich bisher, das Album. Wobei mir der Song nun nicht so gut gefällt.
Jn: Etwas öde ist er.

8) Oh, Woe
Ch: Das mag ich jetzt wieder lieber. Sehr zeitlos irgendwie.
Jn: Sogar mit elektrischer Gitarre diesmal. Hui!

9) A Hard One To Know
Ch: …und nun gehts in dieser Art weiter. Finde ich gut, dass da alles so melodieselig ist.
Jn: Langsam brauchen wir echt mal ein Phrasenschwein. Wobei ich da nicht so viel reinwerfen müsste.

10) Lady Adelaide
Ch: “Lady Adelaide shows no emotion.” Sowas!
(Lady) Jn lacht

11) Broken Yolk In Western Sky
Jn: Jetzt werden die Country-Gitarren ausgepackt…
Ch: …was gleich an die Decemberists denken lässt. Zumindest an deren letztes Album.

12) I´m Building A Fire
Ch: Zum Abschluss was Akustisches. Hätte auch ein Schlaflied sein können.

Fazit
Ch: Sehr schönes Album! Ich bin prinzipiell eh ein großer Freund solcher Musik und wenn das dann auch noch so gut umgesetzt ist wie hier bei Benjamin Gibbard, kann ich das nur begrüßen und wärmstens weiterempfehlen.
Jn: Vor dem Hören empfiehlt es sich außerdem, sich fix einen Tee zu machen. Das steigert den Genuss – vor allem bei Regenwetter – noch weiter.

Beim Rolling Stone könnt Ihr Euch „Former Lives“ (zumindest momentan noch) in voller Länge anhören, an folgenden Terminen ist Benjamin Gibbard außerdem live in Deutschland zu sehen:

29.11.12 Hamburg – Kulturkirche
30.11.12 Berlin – Passionskirche
01.12.12 München – on3 Festival

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