Caroline Keating

in Erlangen

(E-Werk, 25.11.2012 – Support: Oh Othello)

Zwölf Millionen Menschen wollten gestern den neuen Tatort aus Münster sehen und zumindest einige davon wären unter anderen Umständen (z.B. bei einem Tatort aus Konstanz oder Hannover) sicher ins E-Werk gekommen. So allerdings blieb das Publikum in der Clubbühne leider eher überschaubar – nichts gegen eine lauschige Atmosphäre und altersmäßig bunt gemischte, aufmerksame und wunderbar ruhige Besucher*, aber ein paar mehr Zuhörer wären Caroline Keating schon zu wünschen gewesen. Die charmante Kanadiern hat nämlich allemal ein offenes Ohr verdient: Ihr vor gut einem Monat auch in Deutschland erschienenes Debütalbum „Silver Heart“ ist wirklich hervorragend, ihre Songs erinnern wahlweise an Regina Spektor, Joanna Newsom oder eine fröhlichere Kate Bush und auch ansonsten ist die 25 Jahre alte Pianistin und Sängerin aus Montreal ziemlich liebenswert**.

Begleitet wurde Caroline Keating vom nicht minder charmanten Sebastian Chow***, der den Stücken mit seinem Geigenspiel und sachter Percussion gleich noch etwas mehr Abwechslungsreichtum und Tiefe verlieh. Am Ende des kurzweiligen, fast genau eine Stunde dauernden Konzerts gab es einen Nachschlag in Form einer reduzierten Version von „Ghosts“ und des solo vorgetragenen „Billy Joel“. Thiel und Boerne hätten das nie im Leben so gut hingekriegt!


* abgesehen von den Space-Geräuschen der Digitalkamera einer jungen Dame in der ersten Reihe
** großartig alleine ihre Art, „Rostock“ auszusprechen: „rose-dog“
*** Bassist Matthew Perrin hat die Reisegruppe zwischenzeitlich verlassen, um sich in der Heimat wieder einem „real job“ zu widmen

weitere Termine:
02.12.12 Berlin – Volksbühne (Grüner Salon)
06.12.12 Offenbach – Hafen 2 (Kinosaal)
08.12.12 Reutlingen – better2gether (Ladenkonzert)
10.12.12 Münster – Pension Schmidt
12.12.12 Würzburg – Cairo
09.03.13 Stade – Hanse Song Festival
17.05.13 Beverungen – Orange Blossom Special
31.05.13 Mannheim – Maifeld Derby

///

Eröffnet wurde der Abend übrigens von Oh Othello, den beiden mittlerweile in Dresden gestrandeten Engländern Thos Henley und George Jephson. Mit ihren schwarzen Rollkragenpullovern und den aus der Zeit gefallenen Songs (die sehr oft vom Weintrinken handeln) wirkten die zwei Weltenbummler wie Figuren aus einem Paris-Roman von Ernest Hemingway – als Vorband für Caroline Keating passte das ziemlich gut, aber ob die Fans von Käptn Peng, den Oh Othello diese Woche in Berlin begleiten müssen dürfen, ähnlich viel Freude an der Musik des Duos haben wie das Publikum im E-Werk, darf stark bezweifelt werden…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s