Reingehört (3)

Villagers: „{Awayland}“

VillagersDiese Wunderkinder immer! Der Ire Conor J. O´Brien, Frontmann von Villagers, teilt sich mit Conor Oberst nicht nur den Vornamen, sondern wurde für sein Debüt „Becoming A Jackal“ mindestens genauso hoch gelobt wie sein Kollege aus Omaha, der ihm auch optisch erstaunlich ähnlich sieht. Nun erscheint mit „{Awayland}“ am 11. Januar bei Domino das zweite Villagers-Album, das wir uns schon einmal zu Gemüte geführt haben.

My Lighthouse
Ch: Gefällts dir denn?
Jn: Eigentlich schon, aber es ist sehr ruhig. Offenbar ist es momentan schwer im Trend, ein Album so zu beginnen.
Ch: Für mich hat der Song fast etwas Weihnachtliches, aber womöglich liegt das daran, dass ich scheinbar noch in Festtagsstimmung bin.

Earthly Pleasure
Ch: Gehört das so oder ist die CD kaputt? Ich höre nämlich manches doppelt – wahrscheinlich ist das nur einfach experimentell. Den Refrain finde ich sehr toll, aber ansonsten ist das Lied etwas seltsam.
Jn: An sich ist das super, aber da passiert viel zu viel auf einmal. Der Refrain ist tatsächlich sehr großartig, wobei der Schlagzeuger ein wenig hektisch ist.

The Waves
Jn: Mir fehlt bisher ein wenig die Balance zwischen zu viel und zu wenig. Der Song ist schon arg reduziert.
Ch: Ich warte jeden Moment darauf, dass es wirklich ganz großartig wird, aber dann wird meistens doch nichts draus. Das finde ich etwas schade.
Jn: Mir gehts da ganz genauso! Am Ende wird hier noch die Prog-Rock-Keule rausgeholt.

Judgement Call
Ch: Ich hatte eigentlich gehofft, dass die 80er-Jahre-Synthesizer endlich mal aussterben. Vielleicht ja dann 2014.
Jn: Wenn ich das irgendwo hören würde, würde es mich nicht stören, aber selbst aussuchen würde ich mir sowas sicher auch nicht.

Nothing Arrived
Jn: Der Song klingt ja mal richtig normal und unspektakulär.
Ch: Gefällt mir – wobei das jetzt nichts ganz Besonderes ist.

The Bell
Ch: Das ist jetzt so Spaghettiwestern-Musik…
Jn: …kombiniert mit Easy Listening. Könnte unser neuer Lieblingssound werden. Nicht.

{Awayland}
Ch: Geschweifte Klammern sind immer sehr hip.
Jn: Das “A” hätte man ja auch als △ schreiben können. Nice Fingerpicking übrigens!

Passing A Message
Ch: Ich höre bei ganz vielen Liedern Impro-Jazz heraus. Das bereitet mir Sorgen.
Jn: Nicht nur dir. Ich kann damit einfach nicht so viel anfangen. Obwohl der Bass stoisch seine Line fährt…

Grateful Song
Jn: Das hat jetzt was von Filmmusik – zumindest ganz am Anfang. Die Titanic läuft aus und die Passagiere winken den Leuten am Hafen zu.
Ch: Ich warte jeden Moment auf den großen Knall, der aber nicht kommen mag.
Jn: Das Ende fand ich allerdings ziemlich stark.

In A Newfound Land You Are Free
Ch: Das könnte glatt ein Songtitel von Get Well Soon sein. Perfekt für die Zugabe bei den Konzerten. Zuerst Conor O´Brien allein auf der Bühne…
Jn: …und dann kommen die anderen Bandmitglieder und hauen einen Brecher runter.

Rhythm Composer
Ch: Es gibt Balladen von Michael Jackson, die ganz ähnlich klingen.
Jn: Dieser Vergleich macht mich jetzt fertig, aber leider Gottes stimmt er.

Fazit
Ch: Ich hätte mir da ehrlich gesagt mehr erwartet. Wahrscheinlich landet die Platte in den Jahresbestenlisten 2013 oft weit vorne, aber mir gefällt sie – bis auf wenige Ausnahmen – leider nicht.
Jn: Da kann ich wieder mal nur zustimmen, wobei ich ja von Anfang an nichts großartig anderes erwartet hatte als das, was am Ende zu hören war.

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Live:
23.02.13 Köln – Gebäude 9
25.02.13 (CH) Zürich – Mascotte
26.02.13 München – Club Strom
27.02.13 Berlin – Festsaal Kreuzberg
04.03.13 Hamburg – Uebel & Gefährlich

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