Dan Michaelson & The Coastguards: Blindspot

Dan MichaelsonVielleicht hat es ja auch sein Gutes, dass sich der Frühling momentan überhaupt nicht zeigen will. Immerhin passen das ewige Grau des ständig wolkenverhangenen Himmels und die seltsame Mischung aus Schnee und Regen ganz gut zu „Blindspot“, dem neuen Album von Dan Michaelson und seiner Band The Coastguards – besser jedenfalls als strahlender Sonnenschein und blühende Wiesen. Der Engländer, früher Kopf der hervorragenden Formation Absentee, gibt nämlich auch auf seinem mittlerweile vierten Solowerk wieder den  Schmerzensmann, der am allerliebsten bittere Liebesgeschichten erzählt. Nur acht Stücke finden sich auf dem Album, aber angesichts der zeitlupenhaften Arrangements mit Streichern, Bläsern, Piano und Lap Steel – ein Relikt aus der Zeit in Texas, wo Dan Michaelsons letzte Platte „Sudden Fiction“ entstand, die ihm Vergleiche mit dem großen Bill Callahan einbrachte – reicht das aus, um sich in einer Welt voller Melancholie und gebrochener Herzen zu verlieren, die trotz allem auch ihre freundlichen und liebenswerten Ecken hat.

„How many times have I kissed you and said ‚honey, you leave me in ruins'“, klagt Dan Michaelson in einem der Songs und spätestens da hofft man, dass es nicht auch in Wirklichkeit so trist bestellt ist um das Seelenleben des 36jährigen. Aber egal, ob das alles nur Fiktion ist oder Realität: Ein besseres Mumblecore-Album als „Blindspot“ wird uns in diesem Jahr wohl nicht mehr unterkommen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s