Gavin James: Remember Me

Eine Frage, die uns (oder zumindest mich) dann und wann umtreibt, ist die nach dem nächsten Album von Damien Rice. Gelegentlich taucht der Großmeister des zwischen Misanthropie und schierer Schönheit pendelnden Songwritertums in wechselnden Stadien der Verkauzung zwar für ein Konzert (gerne auch mit dem einen oder anderen neuen Lied im Gepäck) auf, aber an sich tut sich schon seit mehreren Jahren erstaunlich wenig beim Iren. Eine neue Platte könnte also schon in zwei Wochen erscheinen oder womöglich niemals – wirklich definitiv ausgeschlossen werden kann wohl nichts.

Mag nicht mehr für Touristen spielen: Gavin James (Foto: PR).

Mag nicht mehr für Touristen spielen: Gavin James (Foto: PR).

Wie gut, dass zur Überbrückung der unsicheren Wartezeit schon der Nachwuchs bereitsteht. Gavin James zum Beispiel, ein 21-Jähriger aus Dublin, der mit „Remember Me“ (Believe Recordings) dieser Tage seine erste international erscheinende EP veröffentlicht. In seiner Heimat hat sich der Rotschopf mit seiner Debüt-EP bereits erste Sporen verdient: „Say Hello“ wurde als Song des Jahres mit dem Choice Meteor Award ausgezeichnet und eine ausverkaufte Tournee als Support seiner zuletzt immens erfolgreichen Landsleute Kodaline hat Gavin James außerdem absolviert. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass der Musiker Abend für Abend in Hotel-Lobbys und Touristen-Pubs für gelangweilte Dublin-Besucher mehr oder weniger traditionelles irisches Liedgut zum Besten gab [mehr dazu hier]. Irgendwann war er diese zwar lukrative, aber auf Dauer recht stumpfsinnige Beschäftigung leid und fing an, eigene Lieder zu schreiben. Sicher kein Fehler, wie die bereits oben erwähnten Achtungserfolge belegen.

Auch „Remember Me“ ist nun wieder ein Schritt in die richtige Richtung: Der Titelsong ist eingängig und verfügt über die Art von Hitpotenzial, die auch im Radio (wo dann gerne von „handgemachter Musik“ geschwärmt wird) gut ankommt. „Slow“ geht in eine ähnliche Richtung, ist aber insgesamt ein wenig feinsinniger. Die besten Titel der EP sind allerdings die eher minimalistisch gehaltenen „Lucky“ und „For You“. Vor allem im Letztgenannten ist Gavin James ganz nah dran an Damien Rice. Wenn sich da die Stimme irgendwo zwischen Sehnsucht und Verzweiflung überschlägt, traut man dem jungen Mann tatsächlich eines Tages einen ganz großen Wurf im Stile von „O“ zu. Dann wäre es auch fast egal, wann Damien Rice denn nun endlich seine neue EP veröffentlicht.

Aber eben nur fast…

„Remember Me“ erscheint am 25. Oktober und kann hier bereits in voller Länge angehört werden.

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