Lieblingskonzerte im Jahr 2013

Moddi bei seinem Konzert in Heppstädt.- Foto: Christoph Walter

Moddi bei seinem Konzert in Heppstädt.- Foto: Christoph Walter

Vielleicht liegt es am zunehmenden Alter, aber im langsam zu Ende gehenden Jahr haben mich drei Konzerte am meisten begeistert, denen ich (mehr oder weniger) bequem sitzend lauschen konnte. Neben den Sitzmöglichkeiten hatten aber – und das ist wesentlich wichtiger – alle drei Auftritte gemeinsam, dass sie an besonderen Orten und in einem relativ kleinen Rahmen stattfanden, was genug Raum bot, mehr über die Künstler und die Hintergrundgeschichten ihrer Lieder zu erfahren. Diese Intimität und das Wissen darum, einen in dieser Form einmaligen Abend erleben zu dürfen, hat mich dann doch deutlich mehr berührt als zum Beispiel die bombastische, letzten Endes aber recht egale Show von Sigur Rós in München im Februar.

1) Moddi (Theater Kuckucksheim, Heppstädt – 22. November)
Das Publikum eines der ersten Deutschland-Konzerte des damals noch völlig unbekannten Norwegers Moddi bestand – so erzählt man sich jedenfalls – zum Großteil aus Mitgliedern der Familie des Betreibers des Theater Kuckucksheim. Diese waren damals so angetan von der Musik des Lockenkopfes, dass sie fortan nicht lockerließen und ihn immer wieder einluden, bei ihnen ein Konzert zu spielen. Andere Künstler neigen ja bekanntlich dazu, von Liebesbekundungen gegenüber kleineren Veranstaltungsorten auf einmal nichts mehr wissen zu wollen, sobald sich die Möglichkeit auftut, in der nächstgrößeren Halle aufzutreten, aber Moddi hat trotz stetig wachsender Popularität sein Versprechen gehalten und ist mit seiner Cellistin Katrine Schiøtt tatsächlich ins winzige Heppstädt gekommen. Das Theater war selbstredend ausverkauft und die Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten einen magischen Abend – wahrscheinlich den schönsten in der ganzen Geschichte Heppstädts. // Aktuelle Alben: „Kæm va du?“ und „Set the House on Fire“, beide hier zu erwerben.

2) Scott Matthew (Desirena, Nürnberg – 18. Juli)
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – diese altbekannte Redewendung fasst Konzerte von Scott Matthew recht treffend zusammen. Auch an einem lauen Sommerabend im lauschigen Freiluft-Amphiteater der Desirena gelang es dem bärtigen Melancholiker und seinem treuen Begleiter Jürgen Stark, das Publikum im einen Moment mit einer von einem wunderbar fiesen Lachen gekrönten Anekdote zu erheitern, nur um es dann wenige Minuten darauf im wahrsten Sinne des Wortes zu Tränen zu rühren. // Aktuelles Album: „Unlearned“, erschienen bei Glitterhouse Records. // Termine: 13.12. Würzburg – Cairo, 14.12. Dresden – Bärenzwinger, 15.12. Leipzig – UT Connewitz.

3) The Black Atlantic (irgendwo in Nürnberg – 10. Dezember)
Spät im Jahr noch ein Höhepunkt: Engagierte Musikliebhaber hatten Geert van der Velde, Sänger und momentan einziges Mitglied der famosen niederländischen Band The Black Atlantic, eingeladen, freundliche WG-Bewohner ihren Dachboden liebevoll zu einem Miniatur-Konzertsaal umfunktioniert. Überflüssig zu erwähnen, dass wie bei den beiden anderen hier gewürdigten Auftritten auch in diesem Fall ein zauberhafter Abend herauskam, der gespannt auf die versprochenen nächsten Wohnzimmer-Konzerte in Nürnberg, aber auch auf den weiteren Werdegang von The Black Atlantic blicken lässt. // Aktuelle EP: „Enshrine“, erhältlich bei Bandcamp.

5 Kommentare

  1. Moddi verzauberte Kuckucksheim!

    ich war auch beim Konzert in Heppstädt dabei und hatte danach das Gefühl, einen akustischen Klangurlaub hinter mich gebracht zu haben. Fast 2 1/2 Stunden mit wunderbarer Musik und einem herrlich unterhaltsamen „Kobold“, der seine Zuhörer in der Tat mehr als verzauberte. Solche Perlen bleiben – gottlob – von so mancher Hysterie verschont und bieten eine willkommene Abwechslung zum haaresträubenden Mainstrem. Falls du den Mitschnitt (leider nur Handyakustik) von mir haben möchtest, dann meld dich doch einfach bei mir.😉

    Schöne Grüße aus München

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