Kritik: Boy & Bear

Boy & Bear: „Harlequin Dream“

Gleich Anfang Januar ein erster Anwärter auf einen der vorderen Plätze in der Jahresbestenliste der Kategorie „scheußlich-schönstes Albumartwork“. Die Szene auf dem Cover von „Harlequin Dream“, der zweiten LP der aus Sydney stammenden Band Boy & Bear, kann es durchaus mit den immer wieder gerne gesehenen Gemälden von Poker oder Billard spielenden Hunden aufnehmen.

Die elf Songs des Albums haben mit dem wilden Schlachtengetümmel übrigens recht wenig zu tun, kommen sie doch allesamt eher entspannt daher. „Arrow Flight“, „Southern Sun“ und das ausladende „Back Down the Black“ sind an den 60er Jahren geschulte Folkpop-Nummern, die mal von einer Orgel, mal von West-Coast-Gitarren getrieben und mit ein paar psychedelischen Ornamenten geschmückt sind. „A Moment’s Grace“ dagegen schaltet noch einen Gang runter und erinnert mit seinem minimalistischen Arrangement und dem Harmoniegesang an die Fleet Foxes, während das etwas forschere „Stranger“ in positiver Weise an die frühen Coldplay denken lässt. Schnörkelloser Americana-Rock wird auf „Three Headed Woman“ zelebriert und auf „End of the Line“ packen die Australier Saloon-Piano und Banjo für eine zünftige Country-Sause aus.

So weit, so hörenswert. Bei all den positiven Momenten lässt sich aber nicht verleugnen, dass „Harlequin Dream“ auch seine Schattenseiten hat, was sich nicht unbedingt in Form schlechter Songs niederschlägt, sondern eher in Passagen, die recht ereignislos vor sich hinplätschern. Einziger wirklicher Tiefpunkt bleibt das Titelstück, in dem die an sich sehr angenehme Stimme von Sänger Dave Hosking öfter ins Falsett kippt und von einem quäkenden Saxophon flankiert wird. Das ist – vorsichtig ausgedrückt – nicht ganz so gut.

Am Ende bleibt von „Harlequin Dream“ neben einigen sehr guten Stücken vor allem das etwas schale Gefühl, dass Boy & Bear auf ihrem Zweitwerk ein wenig unter ihren eigentlichen Möglichkeiten geblieben sind.

„Harlequin Dream“ erscheint am 10. Januar bei Nettwerk.- Boy & Bear auf Tour: 2.3.14 Hamburg – Knust, 3.3.14 Berlin – Lido, 7.3.14 Köln – Gebäude 9.

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