Kritik: Spaceman Spiff

Spaceman Spiff: „Endlich Nichts“

Fast drei Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen seit dem zweiten Spaceman Spiff-Album „…und im Fenster immer noch Wetter“ und in der Zwischenzeit hat sich doch Einiges getan beim aus Unterfranken stammenden Wahlhamburger. Ungezählte Konzerte natürlich, außerdem diverse Kooperationen mit dem Schriftsteller Finn-Ole Heinrich und nicht zuletzt ein mehrmonatiger Neuseeland-Aufenthalt, während dem ein Großteil der Songs der dritten Langspielplatte entstanden ist.

Lag bei den ersten beiden, recht minimalistischen Platten von Hannes Wittmer der Fokus in erster Linie noch auf dem Text, hat sich das Augenmerk auf „Endlich Nichts“ doch ein wenig hin zum Musikalischen verschoben. Natürlich singt Spaceman Spiff immer noch Zeilen, die man sehr gerne mit Filzer auf alle Stromkästen der Stadt schreiben möchte, aber dank der Begleitung von Tausendsassa Felix Weigt (u.a. Die höchste Eisenbahn) und Ausnahmeschlagzeuger Jonny König („Stoiber on Drums“) glänzen die zwölf neuen Songs meist mit einer ausgefeilteren Instrumentierung und einem zuweilen recht satten Bandsound, was vor allem dem Abwechslungsreichtum des Albums sehr gut tut. Der Auftakt mit dem sich immer weiter steigernden „Vorwärts ist keine Richtung“ erinnert beinahe an ClickClickDecker, das ähnlich zwingend ausgefallene, von Aufbruch und Trotzigkeit handelnde „Oh Bartleby“ schlägt in die gleiche Kerbe und ist fast noch eine Ecke stärker. Während das ruhige „Wände“ und das bezaubernde „Teesatz“, das auf liebenswerte Art und Weise von den durchs Leben taumelnden Freunden des Weltraummannes erzählt, noch einmal die früheren Werke heraufbeschwören, klingt das geradlinige „Der Tag an dem ich nicht verrückt wurde“ ungeahnt rockig. Einen deutlichen Kontrapunkt dazu – und zum mit fast schon orchestraler Dramatik glänzenden „Nichtgeschwindigkeit“ – bildet das entspannte „Die Ruhe selbst“, bevor „Endlich Nichts“ mit dem live bereits seit einer ganzen Weile erprobten „Han Solo“ würdig zu Ende geht.

Helden werden zwar in diesem letzten Stück von ihrem Podest gekippt, aber wie sich Hannes Wittmer mit seinem dritten Album ei Stück weit neu erfindet, ohne sich allzu weit von dem in der Vergangenheit eingeschlagenen Pfad zu entfernen, darf durchaus als kleine Heldentat gewertet werden.

„Endlich Nichts“ erscheint am 10. Januar bei Grand Hotel Van Cleef.- Spaceman Spiff auf Tour: 17.1.14 Münster – Amp, 18.1.14 Rees-Haldern – Haldern Pop Bar, 19.1.14 Essen – Zeche Karl, 20.1.14 Bielefeld – Bunker Ulmenwall, 21.1.14 Hannover – Lux, 22.1.14 Berlin – Magnet, 23.1.14 Leipzig – Nato, 24.1.14 Würzburg – Cairo, 25.1.14 München – Ampere, 26.1.14 (AT) Wien – B72, 28.1.14 Stuttgart – Keller Klub, 29.1.14 Wiesbaden – Schlachthof, 30.1.14 Köln – Blue Shell, 31.1.14 Hamburg – Uebel & Gefährlich, 1.2.14 Lüneburg – Salon Hansen.

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