Kritik: Doug Paisley

Doug Paisley: „Strong Feelings“

Vor gut vier Jahren strich Doug Paisley für sein Album „Constant Companion“ Lob von allen Seiten ein und die Musikzeitschrift Mojo rief den Songwriter aus Toronto gar zum „Anti-Star“ aus, was immer man sich darunter vorstellen möchte. Eventuell bezog sich diese Einschätzung ja auf Doug Paisleys Fähigkeit, kluge und handwerklich hochwertige Lieder zu schreiben, die fernab von jeglichem Zeitgeist auch in 50 Jahren noch problemlos angehört werden können. Womöglich allerdings auch auf das bescheidene Wesen des Kanadiers, der seine Kunst gerne herunterspielt.

Auch seine dritte LP „Strong Feelings“ sei wieder nur eine Sammlung von zehn Songs, betonte Doug Paisley jüngst. Stimmt irgendwie, denn die neuen Stücke klingen – abgesehen von „Radio Girl“, „Song My Love Can Sing“, „To And Fro“ und „Where The Light Takes You“, auf denen das Tempo ein wenig angezogen wird – so entspannt, leichtfüßig und wohltemperiert, dass sie auch gut in einer gemütlichen Lodge vor einem prasselnden Kaminfeuer entstanden hätten sein können. Hin und wieder ist das ein wenig arg minimalistisch und betulich ausgefallen, aber gerade im Winter schadet etwas Ruhe ja keineswegs – und alleine „Because I Love You“, ein recht anrührendes Duett mit Mary Margaret O’Hara (die, wie The Band-Tastenmann Garth Hudson, gleich mehrere Gastauftritte hat), lohnt es schon, sich etwas genauer mit dieser im besten Sinne zeitlosen Country-Platte auseinanderzusetzen.

„Strong Feelings“ erscheint am 24. Januar bei No Quarter Records.

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