Kritik: All the Luck in the World

All the Luck in the World – s/t

Ja, All the Luck in the World ist die Band mit „Never“, dem zum heimlichen Hit gewordenen Song aus dem Werbespot eines Reiseportals. Normalerweise zeichnen sich Formationen, die es auf solchem Wege zu einer gewissen Aufmerksamkeit gebracht haben, gerne dadurch aus, dass sie irgendwann Alben veröffentlichen, deren übrige Stücke sich vergeblich darum mühen, ans Aushängeschild anzuknüpfen.

Bei den drei jungen Iren, die mittlerweile in Brighton leben und am Institute of Modern Music studieren, ist das zum Glück nicht so. „Never“ ist zwar schon einer der stärkeren Songs des Debütalbums, sticht aber nicht unbedingt großartig heraus, sondern steht vielmehr gleichberechtigt neben einer ganzer Reihe ähnlich gut gelungener Lieder. „Haven“ und das wehmütige „Away“ zum Beispiel schlagen einen ähnlichen Pfad ein wie der recht minimalistische Song aus der Werbung, werden aber von sehr schönen Streichern ergänzt. „Conquer“, einer der Höhepunkte der Platte, macht mit Zeilen wie „all you have to do in life is die / everything else is a choice“ Mut und glänzt mit hervorragenden Bläsersätzen, während sich „Your Fires“ fast zum Mitsingen am Lagerfeuer anbietet. Die in wuchtigen Schlusssequenzen endenden „Flight, in the Oaks“ und „Settle“ dagegen sind kleine Hymnen, die wohl live erst ihre ganze Kraft entfalten dürften – nicht zu Unrecht sind All the Luck in the World unter den ersten Bestätigungen des diesjährigen Haldern Pop.

Neil Foot, Ben Connolly und Kelvin Barr mögen hier das Rad nicht neu erfunden haben, aber ihr Debüt ist ein durchweg gelungenes, viel Freude bereitendes Werk irgendwo zwischen den Kooks, Frightened Rabbit und Get Cape. Wear Cape. Fly. Mehr braucht es ja manchmal gar nicht zum Glück…

„All the Luck in the World“ erscheint am 31. Januar bei Barfilm Records / Haldern Pop Recordings.- All the Luck in the World auf Tour: 12.3.14 Köln – Blue Shell, 13.3.14 Düsseldorf – Zakk, 14.3.14 Hamburg – Prinzenbar, 16.3.14 Münster – Fachwerk Gievenbeck, 17.3.14 Frankfurt – Brotfabrik, 18.3.14 München – Ampere, 19.3.14 Berlin – Comet, 20.3.14 Dresden – Beatpol.

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