Kritik: Solander

Solander: Monochromatic Memories

Leisetreter waren Fredrik Karlsson und Anja Linna alias Solander schon immer, aber ihr drittes Album „Monochromatic Memories“ ist noch einmal eine Spur zurückhaltender ausgefallen als die beiden Vorgänger. Kein Wunder, denn schließlich entstand die Platte unter dem dem Eindruck eines großen persönlichen Verlustes, dessen Nachricht die Schweden auf ihrer letzten US-Tournee erreichte und schließlich auch das Schreiben und Aufnehmen der neuen Songs maßgeblich beeinflusste.

Todtraurig sind die zehn Stücke auf „Monochromatic Memories“ zwar nicht, aber dennoch zieht sich eine etwas gedämpfte, ruhige Grundstimmung durch das gesamte Werk, was die ein wenig an Bright Eyes erinnernden Songs „Monday Moring“ und „Social Scene“ beinahe schon überschwänglich anmuten lässt. „The Woods Are Gone“ und „All Opportunities“ dagegen kommen vielschichtiger daher und verschmelzen Fredrik Karlssons beruhigenden Gesang und Anja Linnas Cellospiel gekonnt mit zurückhaltend eingesetzten Drum-Computern und in die Jahre gekommenen Synthesizern. Das weit ausholende „Black Rug“ und das sanft frühlingshafte „Hey Wolf“ fließen ruhig dahin, während der hervorragende Titelsong das Kunststück vollbringt, opulent und wuchtig zu klingen, ohne dabei auf allzu übertriebenen Theaterdonner zu setzen.

Insgesamt ist Solander mit „Monochromatic Memories“ einmal mehr ein feines Album gelungen, das musikalisch noch ein wenig facettenreicher ausgefallen ist als zuletzt „Since We Are Pigeons“ und „Passing Mt. Satu“. Wie bei den beiden Vorgängern braucht es allerdings auch diesmal einige Hördurchgänge, bis sich das gesamte Potenzial der Songs entfaltet hat. Dranbleiben lohnt sich aber sehr!

„Monochromatic Memories“ erscheint am 31. Januar bei Tenderversion Recordings.- Solander auf Tour: 10.2.14 Greifswald – Kontorkeller, 11.2.14 Dresden – Scheune, 12.2.14 Berlin – Privatclub, 13.2.14 Würzburg – Cairo, 14.2.14 Erfurt – Franz Mehlhose, 15.2.14 München – Milla, 17.2.14 (A) Graz – Scherbe, 18.2.14 (A) Wien – Rhiz, 19.2.14 Nürnberg – MUZclub, 20.2.14 Wiesbaden – Schlachthof, 21.2.14 (CH) Winterthur – Kraftfeld, 22.2.14 Freiburg – Slow C, 23.2.14 Münster – Pension Schmidt.

3 Kommentare

    1. Danke für die Blumen!

      Ich bin auch froh, dass das Album bei jedem Hören wächst – nach dem ersten Durchgang war ich nämlich fast ein wenig ernüchtert.

  1. Klingt teilweise stark nach Bright Eyes, da gebe ich dir vollkommen recht. Ich musste, bezogen auf das Songwriting und den Gesamtklang der Platte, aber als erstes an José González und Junip denken. Ist wieder ein schönes schwedisches Stück Musik.😉

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