Kritik: Gregor McEwan

Gregor McEwan: Much Ado About Loving

Mehr als drei Jahre sind vergangen seit Gregor McEwans famosem Debütalbum „Houses and Homes“ – in unseren schnelllebigen Tagen eine beinahe schon unerhört lange Zeitspanne. Aber das Warten hat sich mehr als gelohnt, denn der Wahlberliner zeigt sich auch diesmal wieder von seiner besten Seite. War der Vorgänger noch in weiten Teilen ein klassisches Singer/Songwriter-Album, dominiert auf „Much Ado About Loving“ meist ein satter, hervorragend produzierter Bandsound. An den lieb gewonnenen Tugenden hat sich allerdings nicht allzu viel geändert – sogar das Artwork fügt sich nahtlos in Gregor McEwans bisherige Diskographie ein – so dass sich gleich beim ersten Hören ein wohliges Gefühl des Wiedererkennens einstellt.

Das eröffende „First Leg“ stellt ebenso wie das etwas zurückhaltendere „Joanna“ einmal mehr unter Beweis, dass Gregor McEwan und Tess Wiley so etwas wie die hiesige Antwort auf Damien Rice und Lisa Hannigan sind. Die druckvolle, bereits länger bekannte Single „Postcards and Polaroids“ ist genau wie das Titelstück, das mit Bläsern verzierte „Silver and Gold“ und das von einem Kinderchor gekrönte „Manners Make the Man“ ein lupenreiner Hit. Gleiches gilt für die hinreißende, mit Banjo und Waschbrett (!) äußerst beschwingt daherkommende Kindheitserinnerung „Rhododendron“ sowie das in eine ähnliche Richtung gehende, aber deutlich wehmütigere „Oh Daddy“. Das erstaunlich lärmige „Get In, Jamming, Slamming, Ramming“ und die ruhige Piano-Ballade „Everything to Me“ heben sich wohltuend vom Rest ab und verleihen der Platte zusätzliche Tiefe und mehr Abwechslungsreichtum.

Sicher ist 2014 noch jung und über den Sinn und Zweck von Bestenlisten kann man trefflich streiten, aber mit „Much Ado About Loving“ hat Gregor McEwan das beste Album abgeliefert, das dieses Jahr im you sound great-Hauptquartier gelandet ist. Unbedingt anhören!

„Much Ado About Loving“ ist bei Welcome Home Music erschienen.- Gregor McEwan auf Tour: 14.2.14 Heidelberg – Action House, 15.2.14 Wabern – Krachgarten, 13.3.14 Dortmund – Subrosa, 14.3.14 Haldern – Trigon, 15.3.14 Stuttgart – Merlin, 17.3.14 Karlsruhe – Jubez, 18.3.14 Kassel – Schlachthof, 19.3.14 Chemnitz – Weltecho, 20.3.14 Dresden – Bärenzwinger, 21.3.14 Magdeburg – Moritzhof, 22.3.14 Berlin – Privatclub, 25.3.14 Erfurt – Stadtgarten, 26.3.14 Kiel – Schaubude, 27.3.14 Hamburg – Nochtspeicher, 28.3.14 Düsseldorf – Stahlwerk, 29.3.14 Köln – Underground, 29.10.14 Gera – Comma, 31.10.14 Osnabrück – Westwerk, 1.11.14 Neunkirchen – Stummsche Reithalle.

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