EPs

Lambs & Wolves: Trouble

Lambs & Wolves

Lambs & Wolves sind schon seit ihrer ersten Veröffentlichung ein immer wieder gern gesehener Gast auf diesem Blog. Selbstverständlich soll auch „Trouble“, die neuste EP der Band aus Waldshut-Tiengen an der Grenze zur Schweiz, nicht unerwähnt bleiben — immerhin zeigen die vier Songs doch sehr schön, dass sich die Formation um Julian Tröndle während der letzten Jahre deutlich weiterentwickelt hat. Stand früher noch leichtfüßiger, äußerst eingängiger Folk-Pop im Stile der nicht mehr aktiven Isländer Seabear im Zentrum, sind die neuen Stücke von Lambs & Wolves — allen voran die ausladenden „Blame“ und „By the Morning“ — wesentlich experimenteller und vielschichtiger ausgefallen. Scheint so, als hätte sich da jemand für die Zukunft noch Einiges vorgenommen…


♦ Lambs & Wolves: Trouble EP; ab sofort erhältlich in digitaler Form und bei den anstehenden Konzerten auch zusammen mit der „Afraid Enough“-EP auf Vinyl.


Tourdaten:
16.02.15 (AT) Innsbruck — Die Bäckerei
17.02.15 (CH) Zürich — Henrici
18.02.15 Freiburg — Ruefetto
19.02.15 München — Backstage
20.02.15 Leipzig — Noch Besser Leben
21.02.15 Heidelberg — Action House

Seafret: Give Me Something

Seafret

Gegen Ende eines Jahres wird nicht nur gerne und ausführlich zurückgeschaut, sondern auch ein Blick auf Kommendes geworfen. In der Welt der Popmusik geschieht das meist in der Weise, dass Bands ausgerufen werden, die im nächsten Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit „durch die Decke gehen“. Selbstredend hört man dann von mindestens 80 Prozent der vorab über den grünen Klee Gelobten nie mehr etwas. Insofern sollte es einem also auch herzlich egal sein, dass Seafret gerade als ganz besonders heißer Newcomer gehandelt werden — vielmehr sollte man sich einfach an der Musik der beiden jungen Engländer erfreuen. Ihre erste EP „Give Me Something“ haben Jack Sedman und Harry Draper aus dem beschaulichen Bridlington im Nordosten Englands jüngst veröffentlicht, das sehr gelungene Video zum hübschen Titelstück kann unten begutachtet werden. Eine Sache, die Seafreat anderen „Neulingen“ außerdem voraus haben, ist der Umstand, dass nicht nur die Single zu überzeugen weiß, sondern auch die restlichen, ähnlich minimalistisch arrangierten Songs der EP. Gute Sache!


Lowlakes: Newborn EP

Foto: PR

Foto: PR

Die Australier Lowlakes müssen bei ihrem letzten Konzert in Göfis einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, denn immerhin bot die 3000-Seelen-Gemeinde in Vorarlberg der Band für diesen Sommer eine Art „Stipendium“ an, wie man es sonst nur von Schriftstellern kennt. Statt Stadtschreibern sind Lowlakes also zur Zeit quasi die Stadtmusikanten von Göfis. Das trifft sich natürlich ganz gut, da von Österreich aus die diversen europäischen Spielstätten deutlich müheloser zu erreichen sind als von Melbourne.

Um den Bekanntheitsgrad auf dem alten Kontinent zusätzlich zu den geplanten Konzerten noch ein wenig weiter zu steigern, veröffentlicht das Quartett um Sänger Tom Snowdon mit „Newborn“ (erscheint am 15. August bei Kunsthaus Records) zudem eine neue EP, die neben dem bereits vom Debütalbum „Iceberg Nerves“ bekannten Titelstück zwei bislang unveröffentlichte Stücke und einen Remix des sehr starken „Cold Company“ enthält.

Freundinnen und Freunde ausladender, fast filmmusikhaft anmutender Stücke mit viel Melancholie und einer an Scott Matthew oder Antony Hegarty erinnernden Stimme dürfen hier getrost zugreifen.

Konzerte:
26.07.14 (Ö) Göfis – Open Hair Festival
02.08.14 Münster – Auf weiter Flur Festival
03.08.14 Offenbach – Hafen 2
15.08.14 Hamburg – Dockville Festival

Esben Svane

„The Sudden Stop“ (Songcrafter Music, 14.2.13)

Esben Svane

but when you jump off a chimneytop
what kills you is the sudden stop
will never be the fall

Kurz vor Weihnachten erreichte der dänische Songwriter Esben Svane dank der Neuveröffentlichung seiner bereits 2011 erschienenen EP „Always Travel Never Arrive“ auch hierzulande ein wenig Bekanntheit. Ein geschickter Schachzug war die Neuauflage des Debüts allemal, denn bereits damals stand fest, dass der Nachfolger weltweit erscheinen und nach Möglichkeit nicht ganz aus dem Nichts kommen sollte.

„The Sudden Stop“ knüpft nun weitgehend an „Always Travel Never Arrive“ an, wobei allerdings schnell auffällt, dass die fünf Songs deutlich ambitionierter produziert und wesentlich radiotauglicher ausgefallen sind. Die Frage, ob das nun eine gekonnte Weiterentwicklung oder ein kleines Manko ist, muss zwar jeder für sich selbst beantworten, aber ich persönlich fand das etwas Unfertige und Knarzige (das auch jetzt wieder gut zu den eher nachdenklichen und in sich gekehrten Texten gepasst hätte) des Debüts deutlich charmanter.

Alles in allem ist Esben Svane vor allem dank des wirklich sehr tollen Titelstücks aber dennoch ein überzeugendes Zweitwerk gelungen, das die Latte für die hoffentlich irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft erscheinende erste LP gleich noch ein Stückchen höher legt.  

Benjamin Francis Leftwich

In The Open EP

Benjamin Francis Leftwich braucht hier kaum noch vorgestellt zu werden, ist der junge Engländer doch schon seit einer ganzen Weile Stammgast dieses Blogs. Am 19. November veröffentlichte er seine neue EP „In The Open“ (Dirty Hit Records, bei uns wahrscheinlich am einfachsten in digitaler Form bei einem der großen Downloadportale zu erwerben), deren vier Songs zwar nicht unbedingt substanziell Neues zu bieten haben, aber natürlich dennoch sehr gut gelungen sind. Das wunderbare Titelstück und das fast genauso schöne „Break The Day Open“ könnten glatt vom 2011 veröffentlichten Debütalbum „Last Smoke Before The Snowstorm“ stammen, während das sich langsam aufbauende „Manchester Snow“ und das von einer E-Gitarre begleitete „Is That You On That Plane“ erahnen lassen, in welche Richtung Benjamin Francis Leftwichs zweiter Longplayer gehen könnte.

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„In The Open“ gibt es auch in einer feinen, in einer Kirche eingespielten Akustik-Version:

Boat to Row

Loyal Light EP

Schön, einer Band bei ihrer Entwicklung zuschauen zu können und festzustellen, dass es stetig bergauf geht. Boat to Row aus Birmingham bemerkten jüngst in einem Interview mit For Folk´s Sake, dass sie nun langsam ihren ureigenen Sound gefunden hätten. Dem soll hier beim besten Willen nicht widersprochen werden, denn tatsächlich macht „Loyal Light“, die dritte EP des jungen englischen Quintetts, einen deutlich ausgereifteren Eindruck als die auch schon recht vielversprechenden Vorgänger.

Der beschwingte Titelsong und das die EP beschließende „Old Scenes“ erinnern dabei fast ein wenig an die Decemberists (ca. „Picaresque“), was wohl vor allem daran liegt, dass die Stimme von Michael King der von Colin Meloy nicht ganz unähnlich ist – ansonsten dürfen wir uns an einer großen Portion britischen Folks und warmherziger Instrumentierung mit Geige, Banjo, Mandoline und Bläsern erfreuen.

Für kleines Geld kann – und sollte – „Loyal Light“ ab sofort bei Bandcamp erworben werden:

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Den Song „Freedom“ gibt es sogar als kostenlosen Download:

Rue Royale & Kim Janssen: Autumn Tour Cassette

Ab morgen kommt wieder zusammen, was zusammengehört: Rue Royale und Kim Janssen spielen nämlich eine Reihe von Konzerten in den Niederlanden (für Menschen in Grenznähe interessant: 8.11. Den Bosch – W2, 9.11. Middelburg – De Spot, 10.11. Utrecht – Ekko, 11.11. Nijmegen – Trianon). Aus diesem Anlass wurde eine auf 100 Exemplare limitierte Tour-Kassette aufgenommen, die die unten zu hörenden Live-Favoriten „Try As They Might“ und (das unglaublich gute) „City of the Dead“ enthält.

Lambchop: Mr. N

Foto: Bill Steber

„Mr. N“? Aber das aktuelle Lambchop-Album heißt doch „Mr. M“! Das stimmt natürlich, aber hier soll es heute um „Mr. N“ gehen, eine dieser Tage ausschließlich in digitaler Form erschienene, 22 Minuten und vier Songs dauernde EP, die der Produzent Mark Nevers aus den Stücken von „Mr. M“ zusammengeschnipselt hat. Das Ergebnis klingt – wen wunderts – recht abstrakt, steht aber an Qualität diversen Vertretern der Neoklassik wie Valgeir Sigurðsson in nichts nach.

Wer doch lieber aufs klassische Lambchop-Erlebnis setzt, kann die Band aus Nashville demnächst noch ein paar Mal live bewundern.

Tourdaten:
03.11.12 Berlin – Apostel-Paulus-Kirche (ausverkauft)
06.11.12 Köln – Kulturkirche
11.11.12 Darmstadt – Centralstation
13.11.12 Düsseldorf – Savoy Theater
17.11.12 (AT) Wels – Schl8thof
18.11.12 (AT) Wien – WUK
19.11.12 (AT) Graz – PPC

Stream: Fossil Collective

Morgen veröffentlicht das hierzulande noch recht unbekannte Fossil Collective aus Leeds seine zweite EP „On & On“ (Dirty Hit Records, bei uns vorerst nur digital erhältlich). Falls Ihr klassisches Singer/Songwriter-Zeug wie Simon & Garfunkel oder die Harmonieseligkeit der Fleet Foxes mögt, solltet Ihr da unbedingt mal reinhören – die komplette EP gibt es bei Soundcloud als Stream:

Kritik: Withered Hand

Withered Hand – Inbetweens EP
Kimi Records, 19.10.2012
Für Freunde von: Frightened Rabbit, Meursault, Damien Rice

Es ist eigentlich nur konsequent, dass „Inbetweens“, die neue EP von Dan Willson alias Withered Hand, beim isländischen Label Kimi Records erscheint. Vor gut zweieinhalb Jahren tourte der Schotte gemeinsam mit Benni Hemm Hemm, die zuvor ein paar Songs in Dan Willsons Heimatstadt Edinburgh aufgenommen hatten, durch die Lande und spätestens seit damals besteht eine freundschaftliche Verbindung zwischen Schottland und Island.

Wer nun allerdings denkt, Withered Hand könnte mittlerweile so klingen, wie man es von isländischen oder von Island inspirierten Musikern gemeinhin erwartet, wird von „Inbetweens“ schnell eines Besseren belehrt.  Dan Willson ist nach wie vor ein bodenständiger schottischer Songwriter fast klassischen Zuschnitts – und zwar einer der besten seiner Art, weil er sich in seinen Liedern über die Hochs und Tiefs des Lebens (nicht zu vergessen natürlich die inbetweens) nie in Selbstmitleid verliert, sondern seine Texte immer mit viel Augenzwinkern, jeder Menge Schimpfwörtern und einer liebenswerten Scheiß-Drauf-Haltung rüberbringt.

Dementsprechend ist es fast schade, dass „Inbetweens“ nach einer knappen Viertelstunde schon vorbei ist – die vier exzellenten Songs darauf (allen voran das erstaunlich rumpelige „Heart Heart“ und das weit ausholende „Wonderful Lie“) klingen aber noch lange nach.- 8 Punkte