arcade fire

Musiktipps zum Wochenende (1)

Diesmal mit The Lone Bellow, den Great Lake Swimmers und The Late Call

The Lone Bellow

♠ Bereits für ihr Debütalbum wurden The Lone Bellow aus Brooklyn vor allem in ihrer Heimat mit Kritikerlob überschüttet, das seit gestern bei uns erhältliche, von Aaron Dessner (The National) produzierte Zweitwerk dürfte der Band nun den ganz großen Durchbruch bringen. Zu Recht, denn opulenter und abwechslungsreicher als „Then Came the Morning“ (Sony Music) kann eine Americana-Platte eigentlich kaum angelegt werden. Das pastorale Titelstück, bei dem Sänger Zach Williams den Van Morrison gibt, ist ein perfekter Einstieg, danach geben sich Folk-Balladen (besonders schön: „Telluride“), Druckvolles wie aus dem Frühwerk von Arcade Fire („Take My Love“) und nach vorne stürmender Rock’n’Roll („Heaven Don’t Call Me Home“) die Klinke in die Hand. Alles gewürzt mit satten Bläsern, Gospelchören und stets so sehr nach Perfektion strebend, dass man sich hier und da doch ein wenig mehr Zurückhaltung wünscht — schließlich sind die Songs des Trios stark genug, um auch ohne Hochglanzpolitur zu überzeugen (siehe unten). Trotzdem: Gutes Album!


♠ Bis „A Forest of Arms“ (Nettwerk Records), das neue Album der Great Lake Swimmers, am 24. April erscheint, müssen wir uns noch ein ganzes Weilchen gedulden, aber die Wartezeit scheint sich zu lohnen: Das vorab veröffentlichte „Zero in the City“ mit seinen hervorragenden Streichersätzen und Tony Dekkers nach wie vor sehr einnehmender Stimme macht zumindest schon einmal einen sehr vielversprechenden Eindruck. Dass die Platte zudem teilweise in einer Tropfsteinhöhle eingespielt wurde, darf als zusätzlicher Pluspunkt gewertet werden.


♠ Kurz vor den Great Lake Swimmers, nämlich am 10. April, veröffentlicht Johannes Mayer alias The Late Call sein viertes Album „Golden“ (Tapete Records). Ein paar Live-Termine stehen bereits fest:
21.03. Stade — Hanse Song Festival
06.05. Kiel — Schaubube
07.05. Hamburg — Nachtasyl
08.05. Köln — Wohngemeinschaft
09.05. Mainz — Wohnzimmer @ Schon Schön
12.05. Regensburg — Buchhandlung Dombrowsky
14.05. Aachen — Raststätte

Neue Schallplatten (2)

Diesmal: Ein Häppchen von Nervous Nellie und Orchestrales von Einar Stray

Nervous NellieDie Schweden Nervous Nellie standen einst für melancholischen Folk-Pop mit herbstlichem Anstrich – unvergessen ist nach wie vor das wunderbare Video zum ebenso hervorragenden Song „Long As Can Be“ vom 2010 erschienenen Album „Why Dawn Is Called Mourning“. In der Zwischenzeit hat das doppelte Brüderpaar ordentlich an seinem Sound geschraubt und den knarrenden Holzboden weitgehend gegen die glattpolierte Tanzfläche getauscht. Nachzuhören gibt es die Neuausrichtung auf dem neuen Langspieler „Where The Nightmare Gets In“, der im Dezember in voller Länge und vorher in drei Häppchen veröffentlicht wird. Den Auftakt macht nun „Theta: Chapter One“, dessen drei Sücke wohl vor allem denjenigen gefallen dürften, die Arcade Fires Diso-Platte „Reflektor“ für den letzten Schrei gehalten haben. Immerhin: Mit dem geradlinigen „The Violence“ gibt es immerhin einen Song, der die alten Zeiten noch einmal halbwegs aufleben lässt.

Einar StrayDem immer noch sehr jungen Norweger Einar Stray, der vor knapp drei Jahren mit seinem hervorragenden Debüt „Chiaroscuro“ als Wunderkind gefeiert wurde, war letztens offenbar auch ein wenig nach Veränderung zu Mute. Offensichtlichste Neuerung beim zweiten Album ist aber wohl der Umstand, dass die – personell nur geringfügig umbesetzte – Band nun unter dem eher begrenzt einfallsreich wirkenden Namen Einar Stray Orchestra firmiert. Musikalisch gesehen unterscheidet sich „Politricks“ aber kaum von seinem Vorgänger und ist damit nicht zuletzt kaum weniger beeindruckend ausgefallen. Etwas runder und zugänglicher wirken die neuen Songs (von denen zumindest Eingeweihten unter anderem die immer noch sehr bewegende A-Capella-Nummer „For the Country“ schon eine Weile bekannt sein dürfte), der hervorragende Titelsong und das ebenso starke „Montreal“ verfügen sogar fast über Hitpotential. Ausladendes mit waghalsigen Tempowechseln und vertrackten Arrangements beherrscht Einar Stray natürlich nach wie vor – meisterhaft durchexerziert diesmal im knapp achteinhalbminütigen Eröffnungsstück „Honey“. Große Klasse!

Nervous Nellie: Where The Nightmare Gets In – Theta: Chapter One. WIFE, erscheint am 10. September.- Einar Stray Orchestra: Politricks. Sinnbus, erscheint am 12. September.

Einar Stray Orchestra auf Tour: 20.09.14 Hamburg – Reeperbahn Festival, 21.09.14 Köln – Studio 672, 22.09.14 Offenbach – Hafen 2, 23.09.14 (Ö) Wien – Chelsea, 26.09.14 Erfurt – Franz Mehlhose, 27.09.14 Hannover – Feinkostlampe, 29.09.14 Berlin – Privatclub, 30.09.14 Dresden – Societätstheater, 01.10.14 Erlangen – E-Werk, 02.10.14 Leipzig – UT Connewitz, 07.10.14 Münster – Gleis 22, 08.10.14 Stuttgart – Café Galao, 09.10.14 München – Muffatcafé, 10.10.14 (CH) Aarau – Kiff.

Unterwegs: The Loodies

The Loodies

In ihrer kanadischen Heimat haben sich The Loodies bereits erste Sporen verdient, bei uns will  die Band erst noch entdeckt werden. Das hervorragende, von Howard Bilerman (u.a. Arcade Fire) und Jace Lasek (u.a. Patrick Watson) produzierte Debütalbum „Edgy Ground“ ist hierzulande eben erschienen, außerdem befindet sich die Band gerade auf ihrer ersten Tour durch Deutschland und die Schweiz. Irgendwo unterwegs fanden die Kanadier ein wenig Zeit, den you sound great-Fragebogen auszufüllen:

Woher kommt Ihr?
Aus Montreal, Québec, Kanada.

Was gefällt Euch an Eurer Heimatstadt besonders gut?
Die kulturelle Vielfalt.

Was vermisst Ihr, wenn Ihr auf Tour seid?
Unsere eigenen Betten.

Was ist das Aufregendste am Unterwegssein?
Neue Menschen kennenzulernen, unerwartete Sachen zu erleben.

In welchen Ländern habt Ihr bisher gespielt?
In Deutschland und in Kanada.

In welchen Ländern möchtet Ihr gerne noch Konzerte geben?
Island, England, USA, Frankreich…überall auf der ganzen verdammten Welt!

Was macht Ihr zuerst, wenn Ihr wieder zu Hause seid?
„Game of Thrones“ anschauen.

Weitere Tourdaten:
08.04. Osnabrück – Mojo
09.04. Offenbach – Hafen2
10.04. (CH) Zürich – Kafi FürDich
11.04. (CH) Fribourg – Le Nouveau Monde
12.04. München – Milla
13.04. Darmstadt – BedroomDisco (+ Troy von Balthazar)
14.04. Berlin – Live in the Living

Young@Heart Chorus: Modern Man

Heute ist zwar meteorologischer Frühlingsbeginn, aber so richtig frühlingshaft ist es beim besten Willen noch nicht. Deswegen nun auch kein beschwingter Sonnenschein-Song, sondern etwas Herzerwärmendes vom immer wieder grandiosen Young@Heart Chorus, der anlässlich seines 30. Jubiläums „Modern Man“ von Arcade Fire coverte. Kaum auszumalen, wie fantastisch erst eine Senioren-Version von „Rebellion (Lies)“ klingen würde…

Kritik: Meursault

Meursault – „Something For The Weakened“ (Song, By Toad Records, 05.10.12)

Meursault aus Edinburgh fand ich schon immer sympathisch: Poetische Texte mit einem feinen Sinn für bösen Humor, vorgetragen mit einem hinreißenden schottischen Akzent – das ist genau meine Kragenweite. Einzig mit den stark elektronisch angehauchten Songs – leider so gar nicht meine Kragenweite – wurde ich bisher nie so recht warm. „Something For The Weakened“ schafft es nun allerdings, dass ich Meursault endlich uneingeschränkt gut finden kann, verzichten Neil Pennycook und Co. auf ihrem dritten Album doch weitestgehend auf Gefrickel und Geplänkel und konzentrieren sich stattdessen aufs Wesentliche, was ihnen mehr als ordentlich gelingt. „Flittin´“ etwa erinnert an die ruhigeren Momente des letzten Arcade Fire-Albums „The Suburbs“, die ausufernden  „Hole“ und „Dearly Distracted“ sind herrlich abgründig geraten, „Lament For A Teenage Millionaire“ und „Untitled“ kommen in einem schwermütigen Folk-Gewand daher und auf „Dull Spark“ poltern Meursault mindestens genauso beschwingt los wie ihre Landsleute von Frightened Rabbit.

Kurzum: Ein hervorragendes Album!

http://vimeo.com/49445472

Tourdaten:
04.10.12 Hamburg – Astra Stube
05.10.12 Berlin – Magnet @ Karrera Klub
06.10.12 Leipzig – NochBesserLeben
07.10.12 Chemnitz – Exil
09.10.12 Göttingen – Blue Note
10.10.12 Nürnberg – Club Stereo
11.10.12 (CH) Winterthur – Albani
12.10.12 (CH) Basel – Grenzwert
13.10.12 Saarbrücken – Sparte 4
14.10.12 Wiesbaden – bedroomdisco Wohnzimmerkonzert

Auf Tour: Paper Beat Scissors

Das nenne ich mal funktionierende Mund-zu-Mund-Propaganda: Gestern war hier eine Kritik zum demnächst erscheinenden Album von Dad Rocks! zu lesen und heute flatterte eine Mail mit folgenden Zeilen in den digitalen Briefkasten:

Found you guys through Dad Rocks.  I’m a Canada-based artist touring Europe at the moment (playing some shows with Snaevar). I released an album (mixed by Arcade Fire’s Jeremy Gara) this March.

Kein Wunder eigentlich, dass Tim Crabtree alias Paper Beat Scissors ein paar Konzerte mit Dad Rocks! spielt – musikalisch schlagen die beiden nämlich in eine ähnliche Kerbe, wobei das hervorragende selbstbetitelte Album mit seinen sachten Bläsersätzen, den klug eingesetzten Loops und den allgegenwärtigen akustischen Gitarren ein wenig zurückgelehnter, „nordamerikanischer“ und etwas mehr nach The Black Atlantic klingt als „Mount Modern“.

Unten könnt Ihr Euch die von Mike Feuerstack (Snailhouse) co-produzierte Platte in voller Länge anhören, außerdem gibts alle Tourdaten auf einen Blick:

Tourdaten:
04.09.12 Göttingen – Pools (+ Dad Rocks!)
05.09.12 Braunschweig – Nexus
06.09.12 Mainz – Haus Mainusch
07.09.12 Oberhausen – Drucklufthaus
08.09.12 Düsseldorf – Brause
09.09.12 Bonn – NYX (+ Dad Rocks!)
10.09.12 Köln – Mosaik
18.09.12 Erfurt – tbc
20.09.12 Hamburg – Hasenschaukel (Reeperbahnfestival)
21.09.12 Berlin – Myxa
25.09.12 (AT) Wien – Fluc
26.09.12 (AT) Innsbruck – Die Bäckerei

Auf Tour: Big Harp, Hey Rosetta!

Hinter Big Harp verbergen sich die Eheleute Chris Senseney und Stefanie Drootin-Senseney (die unter anderem bereits bei Bright Eyes und in der Band von Tim Kasher aktiv war) aus Los Angelese, die es innerhalb der recht kurz bemessenen Zeitspanne von drei Jahren geschafft haben, sich zu verlieben, zu heiraten, zwei Kinder zu bekommen und nebenbei ein hochgelobtes Debütalbum namens „White Hat“ aufzunehmen und bei Saddle Creek herauszubringen. Allein als Anerkennung dieser Leistung solltet Ihr die Konzerte des Duos besuchen – obendrauf gibts noch hervorragende Folk-Songs. (via)

Tourdaten:
06.09.12 (CH) Fribourg – Fri-Son
07.09.12 (CH) Aarau – Kiff
08.09.12 (AT) Kleinstaasdorf – Mojo Music Club
09.09.12 (AT) Wien – WUK
10.09.12 München – Feierwerk
11.09.12 Frankfurt – Brotfabrik
12.09.12 (CH) Zürich – El Lokal
13.09.12 (CH) Basel – Parterre
14.09.12 Duisburg – Steinbruch
18.09.12 Halle – Objekt 5
20.09.12 Berlin – Comet
21.09.12 Hamburg – Reeperbahnfestival

Und gleich noch eine Band, die ich bisher nur vom Hörensagen kannte, die aber an sich gut in mein Beuteschema passt. Hey Rosetta! kommen nämlich aus Kanada – genauer gesagt aus St. John´s, Neufundland – setzen sich zusammen aus fünf bärtigen Karohemdträgern und einer Frau, arbeiten gerne mit Streichern und wurden schon mit Arcade Fire (und leider auch Coldplay) verglichen. „Seeds“, das dritte Album des Sextetts, ist bei uns im April erschienen und macht – zumindest nach dem zu urteilen, was es auf der Homepage der Band zu hören gibt – einen ziemlich guten Eindruck: Opulenter Folk-Pop mit Hang zur großen Geste, aber zum Glück ohne ekligen Zuckerguss. Schon mal vormerken für den Herbst!

Tourdaten:
15.11.12 Münster – Gleis 22
16.11.12 Berlin – Magnet
17.11.12 Erlangen – E-Werk
18.11.12 (CH) Zürich – Papiersaal
20.11.12 Stuttgart – Schocken
21.11.12 Köln – Studio 672
22.11.12 Haldern – Haldern Pop Bar
23.11.12 Hamburg – Haus III&70

Vier Ohren: Castling Queen´s Side

Wer you sound great auch auf Facebook ein wenig verfolgt, kann sich vielleicht noch an das vor einer Weile dort geteilte Video zu „Rise & Fail“, der hervorragenden aktuellen Single des Züricher Sextetts Castling Queen´s Side, erinnern. Jüngst veröffentlichte die Band nach zwei Jahren Arbeit bei Irascible nun endlich auch ihr Debütalbum „Cinema“ – wir haben reingehört und waren sehr begeistert. Endlich eine neue Lieblingsband für regnerische Tage!

1) Rise & Fail

Ch: In der Presseinfo steht: “for fans of: The National, Interpol”. Stimmt.
Jn: Also genau das Richtige für mich. Allein der Songtitel könnte schon von The National oder Interpol sein.

2) Chase
Ch: Manchmal ist es ja etwas doof, wenn sich eine Band zu sehr an großen Vorbildern orientiert. Aber wenn das so gut gemacht ist wie hier, ist das überhaupt kein Problem.
Jn: Man merkt auch, dass das eine ziemlich große Band ist – das klingt alles schon ziemlich bombastisch.

3) Black, Casual
Jn: Das ist schon Matt Berninger, der da singt, oder?
Ch: Der eidgenössische Matt Berninger – Michael Wiedemann.
Jn: Komisch, dass bei diesem “for fans of” nicht auch noch die Editors genannt wurden.
Ch: Oder I Like Trains. Oder Bored Man Overboard. Ich mag übrigens so tiefe Stimmen. Diese ganzen dünnen Bubenstimmchen nerven mich nämlich ziemlich…
Jn: …sagt der Mann mit der “tiefsten” Stimme Frankens.

4) Safe Side
Jn: Irgendwie die perfekte Musik für das Regenwetter heute.

5) Leaving For Paris
Jn: Ich bin immer schwer begeistert, wenn jemand wirklich gut Schlagzeug spielen kann. Die meisten hämmern ja nur stupide drauflos.
Ch: Für mich ist das bisher der Hit der Platte.

6) Secret Notes
Jn: An sich ist das wieder so ein Album, zu dem man wenig sagen kann, weil es eben einfach gut ist.
Ch: Das hatten wir zum Glück in letzter Zeit recht oft. Aber irgendwann kommen sicher auch wieder schlechtere Zeiten.
Jn: Der Song erinnert mich jetzt ein wenig an Leonard Cohen.
Ch: Weil er so getragen ist?
Jn nickt

7) Confrontation
Ch: Mittlerweile befindet sich das Album in einer etwas ruhigeren Phase. Auch nicht schlecht, wobei mir der Anfang trotzdem besser gefallen hat.
Jn: Mir ebenfalls.

8) City Winners
Jn: Wieder ein sehr schönes Lied, diesmal wie von den Editors.

9) One Of The Quiet Boys
Ch: Der Songtitel spricht mich sehr an.
Jn: Meinst du, das ist ein Lied über dich?
Ch: Mag sein.
Jn: “Are you talking to me? You´re talking to me? Well, I´m the only one here. Here in my bathroom mirror.” – Super Text!

10) Take A Walk
Jn: Schon der vorletzte Song. Schade!
Ch: Die Schweizer Musikszene wird bei uns leider sehr unterschätzt – als gäbe es dort nur Sophie Hunger.

11) The Glorifier
Jn: Zum Abschluss singen noch einmal Paul Banks, Tom Smith und Matt Berninger gemeinsam mit Arcade Fire.
Ch: Vielleicht hören wir irgendwann mal ein neues Interpol-Album und sagen dann: “Wahnsinn, der Sänger klingt wie Michael Wiedemann.”
Jn: “Wie heißen die nochmal? Interpol – kenn ich nicht.” – Dann kannst du mich aber echt einliefern.

Fazit
Ch: So ein Fazit ist immer schwer bei solchen Alben. Normalerweise kann man dann noch einmal erzählen, was alles nicht so gut ist, aber hier habe ich eigentlich gar keine Kritikpunkte. Wer auch nur das Mindeste übrig hat für The National und wie die alle heißen, kann hier eigentlich blind zugreifen. Das Artwork ist auch sehr gelungen – eine runde Sache.
Jn: Dem kann ich mich nur anschließen. Das ist eben genau die Art von Musik, die mir gefällt.

(Kalender) Emanuel and the Fear

Foto: Sam Kolich

Früh im kommenden Jahr gleich ein Konzert, das durchaus für einige Überraschungen – hoffentlich im positiven Sinne – gut sein könnte. Die Musik von Emanuel and the Fear, dem vielköpfigen Bandkollektiv um den wuschelhaarigen Emanuel Ayvas (optisch einem Björn Sonnenberg nicht unähnlich), lässt sich nämlich nur äußerst schwer mit wenigen Worten treffend beschreiben, weshalb sich wohl manch einer auch mit dem immer gerne bemühten, aber in diesem Falle ziemlich unsinnigen Arcade Fire-Vergleich behilft. Fast scheint es so, als würde die Band aus Brooklyn einfach das machen, was ihr gerade in den Sinn kommt – auch auf die Gefahr hin, dass zuweilen etwas gründlich misslingt.

Einen dementsprechend heterogenen Eindruck – stilistisch wie qualitativ – macht die aktuelle EP „Hands“, die in den USA bereits vergangenen Juni veröffentlicht wurde und am 27. Januar via Haldern Pop Records in Deutschland erscheint: Der kraftvolle Protestsong „Over And Over“ und das hymnische „Song For The Rain“ sind in Sachen Großartigkeit kaum zu übertreffen, die anderen Stücke fallen im Vergleich dazu leider ziemlich deutlich ab.

Trotz allem dürfte sich am 18. Januar ein Abstecher in den MUZclub mehr als lohnen – allein die Vorstellung, bis zu elf Musiker (Update: Am Ende werden es dann wohl doch „nur“ sechs Personen sein) auf der nicht gerade überdimensionierten Bühne stehen zu sehen, zaubert mir schon ein Lächeln aufs Gesicht.

[weitere Termine: 17. Januar, Ludwigshafen – Das Haus // 19. Januar, Leipzig – Nato // 21. Januar, Haldern – Rock im Saal // 22. Januar, Münster – Fachwerk // 23. Januar, Berlin – Privatclub // 25. Januar, Hamburg – Uebel & Gefährlich // 27. Januar, Saarbrücken – Sparte 4]

Benjamin Francis Leftwich // Shine

Das ist doch mal ein wie für diesen sonnigen Herbstsonntag gemachtes Video! „Shine“ ist die mittlerweile dritte Singleauskopplung aus Benjamin Francis Leftwichs Debütalbum „Last Smoke Before The Snowstorm“ und erscheint in digitaler und physischer Form am 7. November.

Außerdem verschenkt der junge Songschreiber aus York zur Zeit eine kostenlose EP mit fünf Cover-Songs an all diejenigen, die sich in seine Mailingliste eintragen. Ein mehr als fairer Tausch!

Trackliste:
1. Pick up the Truck (Kings of Leon)
2. When You Were Young (The Killers)
3. Atlantic City (Bruce Springsteen)
4. Rebellion (Arcade Fire)
5. Won´t Back Down (Tom Petty)